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Wimbledon: Federer gegen Nadal - "Gegenseitig immer besser gemacht"

Alle Tennisfans hatten darauf gehofft, am Freitag wird es nun Realität: Rafael Nadal und Roger Federer treten im Wimbledon-Halbfinale 2019 zum 40. Mal gegeneinander an.

von Jörg Allmeroth
zuletzt bearbeitet: 12.07.2019, 08:04 Uhr

Dunkel war´s, der Mond schien helle ... Federer und Nadal 2008 in Wimbledon
© Getty Images
Dunkel war´s, der Mond schien helle ... Federer und Nadal 2008 in Wimbledon

Von Jörg Allmeroth aus London

Wenn er nach dem wichtigsten Gegner seiner Laufbahn gefragt wird, braucht Roger Federer nie lange zu überlegen. „Rafa ist der Spieler, der mein Tennisleben am meisten beeinflusst hat“, sagt Federer. Rafa, das ist Rafael Nadal, der Mann, dem er am Freitag wieder einmal Auge in Auge gegenüberstehen wird, in einem der großen Matches auf einer großen Bühne, dieses Mal im Halbfinale von Wimbledon, im insgesamt 40. Spiel gegeneinander (24:15 Nadal). Elf Jahre oder genau die Ewigkeit von 4023 Tagen sind dann seit ihrem letzten Treffen im All England Club vergangen, im „größten Spiel der Tennisgeschichte“ (John McEnroe) siegte damals Nadal in fünf spektakulär dramatischen Sätzen.

Seit gut fünfzehn Jahren ziehen der Schweizer und der Spanier nun schon gemeinsam durch die Welt des Wanderzirkus, sie haben das Tennis und seine globale Wahrnehmung verändert, sie zählen beiden zu den bedeutendsten Einzelsportlern dieser Zeit. Sie haben längst alles, was es im Tennis zu gewinnen gibt, mehrfach gewonnen. Und doch erscheinen sie in diesem Juli 2019 nicht weniger hungrig und jugendlich frisch als in jenen Frühlingstagen des Jahres 2004, als sie sich in der drückenden Schwüle des Masters-Turniers von Miami zum allerersten Mal auf einem Centre Court trafen, Federer 22 Jahre alt, Nadal ein 18-jähriger Teenager. „Federer und Nadal, dieses Duell ist stets pure Faszination. Heute aber mehr denn je“, sagt Björn Borg, der legendäre Schwede, der in den 70er Jahren die Figur mit der größten globalen Strahlkraft war, „was sie leisten, ist unfassbar.“

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Nadal und Federer - Wildern im Revier des anderen

Zusammen sind sie nun 70 Jahre alt oder jung, je nach Betrachtungsweise. Federer ist 37, wird Anfang August 38. Nadal wurde bei den French Open 33, kurz vor seinem zwölften Triumph dort Anfang Juni. Aber die Zahlen sind eigentlich Schall und Rauch. Denn wer die beiden ehrenwerten Gentlemen nun über die Wimbledon-Grüns fegen sieht, kann kaum glauben, dass sie sich im Herbst ihrer Karrieren befinden – Federer mit seiner Spritzigkeit, Eleganz, Kreativität. Nadal mit seiner Intensität, seiner Dynamik, seiner unbändigen Willenskraft. Keiner war ihnen bisher gewachsen, nicht die Jüngsten, die Mittelalten, die anderen Erfahrenen. Wenn schon, dann müssen sie sich auch jetzt noch selbst schlagen, die Titanen des Tennis.  

Federer und Nadal hatten sich die Tenniswelt zwischenzeitlich einmal machtvoll unter sich aufgeteilt, die Reviere waren vor anderthalb Jahrzehnten klar abgesteckt: Federer war der Beherrscher der Rasenfestivitäten in Wimbledon, Nadal der Sandkönig von Paris. Doch beide hatten die verzehrende Ambition, im Revier des befreundeten Rivalen zu wildern. Nadal siegte 2008 im All England Club, 2009 holte sich Federer den Roland-Garros-Titel. Aber in ihrer jeweiligen Spezialdiziplin blieben sie die dominierenden Erscheinungen, Federer als achtmaliger Wimbledon-Gewinner, Nadal als Hamsterer eines Dutzend French Open-Trophäen. „Eins war klar: Die Rivalität hat uns zu immer besseren Spielern gemacht“, sagt Nadal, „stehen bleiben, das ging nicht.“ Hinzu kam allerdings auch als gravierender Faktor im Machtspiel ein gewisser Novak Djokovic, er stellte beide vor zusätzliche Rätsel und Aufgaben. Der Serbe, der im anderen Halbfinale gegen Roberto Bautista-Agut spielt, hat inzwischen selbst 15 Titel eingesammelt.

Auch Djokovic hat schon 15 Major-Titel

Aber Federer und Nadal sind ihm noch voraus. Federer mit 20 Grand Slam-Titeln, Nadal mit 18 Major-Pokalen. Von Müdigkeit ist auch jenseits der Dreißig keine Spur beim Maestro und beim Matador, den Rivalen, die stets auch Vorbilder im persönlichen Umgang miteinander waren. „Wir sind große Gegner da draußen, aber wir haben den größten Respekt voreinander“, sagt Federer, „so sollte es im Sport auch sein.“ Die Wertschätzung für Federer ist, im Umkehrschluss, nicht geringer bei Nadal: „Es war mir immer eine Ehre, gegen ihn anzutreten. Spiele gegen Roger sind etwas Besonders. Und werden es immer sein“, sagt der Mallorquiner. Federer besuchte Nadal auch schon mal zur Eröffnung von dessen stattlicher Akademie auf der Heimatinsel. Und Nadal wird im kommenden Jahr, am 7. Februar, für ein Benefizspiel in Südafrika auflaufen, das eingespielte Geld beim „Match for Africa“ kommt der Federer-Stiftung zugute.

Natürlich, es wird auch Sentimentalität mitschwingen, wenn Federer und Nadal aufschlagen am Freitagnachmittag. Denn wie oft wird es das Duell noch geben, in Wimbledon und anderswo? Federer hatte vor einiger Zeit schon einmal geunkt, er freue sich auch auf den Moment, „wo ich mit Rafa in der Royal Box sitzen und ein Match anschauen werde – ganz entspannt.“ Aber soweit ist es noch nicht. Noch treffen sie sich auf dem Centre Court. Und das ist gut so.

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