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Wimbledon: Nick Kyrgios schlägt Stefanos Tsitsipas nach großem Drama

Nick Kyrgios steht im Achtelfinale von Wimbledon: In einem hochemotionalen Match gewann er gegen Stefanos Tsitsipas mit 6:7 (2), 6:4, 6:3 und 7:6 (7)

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 03.07.2022, 00:01 Uhr

Nick Kyrgios
© Getty Images
Nick Kyrgios

Hat Nick Kyrgios in Wimbledon tatsächlich etwas Größeres vor? Womöglich, und der Auftritt gehen Stefanos Tsitsipas macht Lust auf mehr - tennismäßig zumindest. Denn da überzeugte der Australier auf voller Linie.

Aber natürlich ging's teilweise wieder nur nebenbei um Tennis. Nachdem Tsitsipas nach dem verlorenen zweiten Satz einen Ball ins Publikum geschossen hatte, verlangte Kyrgios die Disqualifikation. Der Supervisor solle bitte auf den Platz kommen, am besten mehrere, "ich will alle da haben", rief er. Und erklärte, er selbst wäre schon längst vom Platz gestellt worden. Das Turnier, so Kyrgios, könne sich nach seiner Pressekonferenz auf einiges gefasst machen.

Tsitsipas indes hatte andere Probleme, weil Kyrgios offenbar sein Handtuch nicht ordnungsgemäß in seinen Teil der Ablage befördert hatte. "Welche Farbe habe ich? Der Gentleman hier hat die Hälfte davon belagert", meckerte der Grieche.

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Tsitsipas fing sich dann doch noch einen Punktabzug ein, als er einen Aufschlag von unten von Kyrgios volle Kanne auf Kyrgios zog und die Bande traf - die drunter und nebendran stehenden Ballkids und Linienrichter glücklicherweise nicht. Auch im Anschluss zielte Tsitsipas mehrfach auf Kyrgios. Einen eigenen Netzrollerstopp zum Punktgewinn feierte Kyrgios derweil mit einer Verbeugung. "Deswegen findet das Spiel nicht auf dem Centre Court statt", urteilte John McEnroe im US-TV.

Eine kurze Schreckszene zu Beginn des vierten Satzes gab es auch, als Kyrgios ausrutschte und liegenblieb, sich offenbar im rechten Leistenbereich verletzt hatte. Er konnte jedoch weiterspielen, Kyrgios legte sich nun ausführlich mit seiner Box (oder jemanden in der Nähe) an. Er behielt aber die Nerven, drehte beim 3:4 ein 0:40 zum Ausgleich, die kurze Auszeit bei Schließung des Dachs verlief ohne Vorkommnisse.

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Nick Kyrgios am Ende nervenstark

Unfassbar dann das Matchende: Bei Satzball Tsitsipas spielte Kyrgios Serve-and-Volley und grub zwei Bälle famos aus, den zweiten Punkt holte er nach einer mutigen Vorhand mit einer übersichtlichen Rückhand ins leere Feld. Und beim zweiten Matchball riskierte er einen Stopp - erfolgreich. Wie wichtig Kyrgios der Sieg war, erlebte man im Anschluss, Kyrgios nämlich jubelte energisch.

"Es war ein Wahnsinnsmatch", urteilte Kyrgios - er wollte die Geschehnisse mit Tsitsipas nicht zu hoch hängen. Tennis sei ein schwieriger Sport emotional, "ich liebe ihn", sagte er über Tsitsipas. "Ich bin so froh, dass ich durch bin. Es war eine große Atmosphäre."

Kyrgios trifft im Achtelfinale auf Brandon Nakashima.

Zum Einzel-Draw in Wimbledon

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