WTA Finals: Fort Worth - Der Griff neben den Honigtopf

Die Wahl von Fort Worth als Austragungsstätte der WTA Finals 2022 hat sich für das Frauentennis bislang noch nicht als gewinnbringend herausgestellt.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 02.11.2022, 16:34 Uhr

Viel Platz in Fort Worth - nicht nur auf den Courts
© Getty Images
Viel Platz in Fort Worth - nicht nur auf den Courts

In den USA heißt es beim Baseball traditionell: „You win some, you lose some“. Bei 162 Spielen in der regulären Saison mag die eine oder andere Niederlage nicht so sehr ins Gewicht fallen. Es gibt ja am kommenden Tag schon wieder die Chance auf das nächste Erfolgserlebnis. Bei der Vergabe des Austragungsortes für die WTA Finals scheint es ähnlich zu sein: Manchmal greift man in den Honigtopf, manchmal daneben. Das Problem ist allerdings: Der Saisonabschluss sollte ja noch einmal eine Leistungsschau für das Frauentennis sein. Und wenn dann die Halle dermaßen schlecht besucht ist wie an den ersten beiden Tagen in Fort Worth, dann liegt offenbar etwas im Argen.

Nur zur Erinnerung: 2019 hat die WTA in Shenzhen zwar auch nicht für volle Ränge gesorgt, aber immerhin für den größten Siegerscheck der Geschichte. Ashleigh Barty durfte diesen nach einem Erfolg gegen Elina Svitolina mit nach Australien nehmen, Shenzhen sollte auch weiterhin der Austragungsort für die Finals bleiben. Dann kam Corona, dann kamen die Affäre um Peng Shuai - und plötzlich stand die WTA ohne Location für ihre Finals da.

Guadalajara als echtes Highlight

Aus der Not geboren wurde Guadalajara im vergangenen Jahr dann zu einem echten Highlight (Honigtopf!), auch wenn die damals beste Spielerin der Welt, Ashleigh Barty, auf den Trip nach Mexiko verzichtete. In diesem Jahr war bis vor wenige Wochen noch nicht klar, wo sich die acht besten Einzelspielerinnen und Doppelpaarungen treffen werden, es ist dann eben Fort Worth geworden (kein Honigtopf!). Die Entscheidung, dorthin zu gehen, mag finanzielle Gründe gehabt haben. Logistisch betrachtet ist die Auswahl einer Stadt in Texas angesichts des unmittelbar darauf stattfindenden Finalturniers des Billie Jean King Cups in Glasgow schlichtweg katastrophal.

Wenn nun wenigstens die lokalen Heldinnen Jessica Pegula und Cori Gauff (jeweils im Einzel und gemeinsam im Doppel qualifiziert) für spielerische Höhepunkte sorgen würden. Aber die beiden US-Amerikanerinnen stehen nach ihren Auftaktniederlagen (Pegula gegen Maria Sakkari, Gauff gegen Caroline Garcia) schon in ihren zweiten Matches unter Zugzwang. Ebenso wie im Doppel.

Die Magie der O2 Arena

Nun hat die WTA während der letzten Jahre mit den Finals viel probiert, dabei ganz überraschend auch Städte mit dem Tennissport infiziert, die dafür nicht gerade verdächtig waren (wie etwa Istanbul von 2011 bis 2013). Und auch bei den Männern ist nicht alles eitel Wonne: In Turin werden zwar alle Anstrengungen unternommen, den acht Jahresbesten einen tollen Abschluss zu bereiten - die Magie der O2 Arena in London muss man sich aber auch in Norditalien erst erarbeiten. Aber ob man in Fort Worth dazu die Zeit bekommt, muss nach den Eindrücken der ersten beiden Tage bezweifelt werden.

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zuletzt bearbeitet: 02.11.2022, 16:34 Uhr

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