Gejagte Angelique Kerber ist urlaubsreif – „Freue mich auf Serena“

Das Sahnehäubchen fehlte, doch Angelique Kerber konnte nach ihrer Traumsaison glücklich in den Urlaub starten.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 31.10.2016, 10:10 Uhr

SINGAPORE - OCTOBER 30: Runner up Angelique Kerber of Germany receives her trophy from Pierre Veyres of BNP after the singles final against Dominika Cibulkova of Slovakia during day 8 of the BNP Paribas WTA Finals Singapore at Singapore Sports Hub o...

Am Ende einer langen Saison mit 81 Matches warAngelique Kerbersichtlich urlaubsreif - aber auch ein wenig überfragt. Ferien? Ja, klar! Ziel? Noch unklar! Die Malediven wie im letzten Jahr werden es diesmal nicht. „Ich bin da immer sehr spontan und entscheide kurzfristig. Erst mal geht es jetzt nach Hause“,kündigte die Weltranglisten-Erste nach dem verlorenen Endspiel beim WTA-Finale in Singapur gegen die Slowakin Dominika Cibulkova (3:6, 4:6) an.An die neue Spielzeit 2017 undSerena Williams,ihre große Herausforderin in der neuen Saison, verschwendete Kerber nur kurz noch einen Gedanken. „Ich freue mich, gegen Serena und all die anderen starken Konkurrentinnen zu spielen. Ich habe viel Selbstvertrauen“, sagte die Australian-Open- und US-Open-Gewinnerin.

Mouratoglou gießt Öl ins Feuer

Fast zeitgleich stand Williams am Rande des Formel-1-Rennens in Mexiko-City in der VIP-Lounge eines Sponsors - und langweilte sich sichtlich. Die Teilnahme am Saisonabschlussturnier in Singapur hatte der mittlerweile 35 Jahre alte Superstar wegen einer Schulterverletzung absagen müssen. Williams' Coach Patrick Mouratoglou goss derweil mit Blick auf den neuen Zweikampf zwischen seinem Schützling und Kerber schon einmal Öl ins Feuer. „Angelique steht nur ganz da oben, weil sie 2016 viel mehr Turniere und Matches als Serena bestritten hat“, sagte der Franzose. Kerber spielte inklusive Olympia 22 Turniere (insgesamt 81 Matches), Williams nur acht (44).

Kerber, die am 1. Januar 2017 beim Turnier im australischen Brisbane in die Saison startet, kann die Attacke aus dem Williams-Lager egal sein. Der Vorsprung der Nummer eins auf die 22-malige Grand-Slam-Siegerin aus den USA beträgt zum Jahreswechsel komfortable 2030 Punkte. Kerber ist sich bewusst, dass 2017 eine besondere Herausforderung wartet. „Es ist eine neue Situation. Das wird ein ganz anderes Jahr für mich, ein spezielles - mit vielen neuen Erfahrungen“, meinte die 28-Jährige voller Respekt und Vorfreude. Auch Chris Evert, die sich in Singapur als „Kerber-Fan“ outete, weiß um die Gefahren. „Angie wird die Gejagte sein. Das ist eine völlig neue Rolle“, sagte die US-Ikone, meinte aber gleichzeitig: „Ich denke, dass sie mit dem Druck klarkommt. Das hat sie schon bewiesen - auch in Singapur.“

Ende November wird wieder die Basis gelegt

Als Topgesetzte der inoffiziellen WM gewann Kerber alle ihre Gruppenspiele und nutzte das Halbfinale gegen Agnieszka Radwanska (Polen) zu einer beeindruckenden Machtdemonstration. Im Endspiel gegen Masters-Debütantin Cibulkova fehlten ihr dann die Kräfte. Kerber weiß, dass ihre starke Physis auch in Zukunft der Schlüssel zu weiteren Erfolgen sein wird. Ihre Vorbereitung, die spätestens Ende November startet, wird deshalb ähnlich aussehen wie im vergangenen Winter. Damals feilte sie mit Fitnesstrainer Dominik Labonté im Taunus an Kondition und Schnellkraft. „Das war die Basis und ganz wichtig für den Verlauf dieses Jahres“, sagte die Kielerin, auf die in den kommenden Wochen auch sehr viele schöne Termine warten.

Keine Sportlerwahl und kein Jahresrücklick wird an der zweimaligen Major-Siegerin vorbeikommen. Zudem werden demnächst Werbespots mit Kerber gedreht. Ein Kontrakt mit einer Versicherung wurde vor einigen Wochen bereits abgeschlossen. Zwei, drei weitere Verträge mit großen und weltweit operierenden Sponsoren - für eine Marke wirbt auch Superstar Roger Federer - sind in der „Pipeline“. Auch ein Verdienst von Aljoscha Thron, der Kerber mittlerweile wieder managt. Alle Weichen sind gestellt für die neue Nummer eins.

von tennisnet.com

Montag
31.10.2016, 10:10 Uhr