WTA Madrid: Iga Swiatek sucht verzweifelt den Weg zurück nach oben
Nach immer wieder enttäuschenden Ergebnissen stellt Iga Swiatek ihr Spiel um und arbeitet nun seit einiger Zeit mit Rafael Nadals Ex-Coach Francisco Roig. Der Druck auf die Polin wächst spürbar.
von Stefan Bergmann
zuletzt bearbeitet:
22.04.2026, 20:45 Uhr

Iga Swiatek steht an einem Wendepunkt. Die ehemalige Weltranglistenerste sucht nach schwierigen Monaten nach einem Weg zurück an die Spitze – und krempelt dafür offenbar einiges um, wie sie dem “The Guardian” kürzlich erzählte. Nach der Trennung von Coach Wim Fissette arbeitet die Polin inzwischen mit Francisco Roig zusammen, der zuvor viele Jahre an der Seite von Rafael Nadal stand.
Dass ausgerechnet Nadal nun indirekt eine Rolle in ihrer Neuorientierung spielt, ist wohl kein Zufall. Swiatek verehrte den Spanier schon als Jugendliche und verbrachte zuletzt sogar Zeit in dessen Akademie auf Mallorca. Dort trainierte sie gemeinsam mit Roig – und zeitweise auch unter den Augen ihres Idols. Anfangs sei sie dabei richtig nervös gewesen, gab Swiatek zu. Nach wenigen Minuten auf dem Court habe sie gedacht: „Oh mein Gott, wie soll ich jetzt spielen? Er schaut ja direkt zu.“
Der Grund für die Veränderungen ist klar: Swiatek steckt in einer sportlich höchst diffizilen Phase. Nach Jahren der Dominanz hat die Konkurrenz aufgeholt, allen voran Hauptantagonistin Aryna Sabalenka. Trotz ihres Wimbledon-Titels im Vorjahr ist Swiatek inzwischen nur noch die Nummer vier der Welt. Besonders die klare Niederlage gegen Magda Linette in Miami soll intern einiges ausgelöst haben.
Nichts wirklich richtig angefühlt
Auch spielerisch sieht Swiatek Nachholbedarf. Sie habe zuletzt zu sehr versucht, Punkte schnell zu beenden, statt wieder die Konstanz und Sicherheit aufzubauen, die ihr Spiel früher ausgezeichnet hätten. Sie wolle wieder das Gefühl entwickeln, „eine Wand“ von der Grundlinie zu sein. Auch an ihrem Aufschlag wird weiter gearbeitet – ein Thema, das sie ebenfalls seit Jahren begleitet.
Dabei scheint Swiatek inzwischen erkannt zu haben, dass ihr größter Gegner manchmal sie selbst ist. Sie habe es im vergangenen Jahr „zu hart versucht“, erklärte die Polin offen. Nichts habe sich wirklich richtig angefühlt. Zu viel Intensität habe ihr Spiel eher schwerfällig gemacht statt besser. Jetzt gehe es darum, wieder mehr Lockerheit und Balance zu finden – auf einer Tour, in der die Spitze enger zusammengerückt ist als je zuvor.
Bei den Mutua Madrid Open wartet auf die viertgereihte 24-Jährige nach einem Freilos zum Auftakt entweder die Ukrainerin Daria Snigur oder die Neo-Australierin Daria Kasatkina.
