Carina Witthöft – Mit starkem Kopf zurück in die Erfolgsspur

Drei Siege am Stück - das hatte Carina Witthöft 2016 vor Stuttgart noch nicht geschafft.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 18.04.2016, 00:00 Uhr

STUTTGART, GERMANY - APRIL 23: Carina Witthoeft of Germany returns during her match against Caroline Garcia of France on day four of the Porsche Tennis Grand Prix at Porsche-Arena on April 23, 2015 in Stuttgart, Germany. (Photo by Daniel Kopatsch/B...

Die Laune von Carina Witthöft war gut, damals, im Sommer 2015, obwohl die junge Hamburgerin in Runde eins der US Open gegen Garbine Muguruza verloren hatte. Kein großes Unglück, immerhin war Witthöft im National Tennis Center der aktuellen Wimbledon-Finalistin unterlegen, einer Spielerin, deren Weg sie mittlerweile unter die besten fünf Profis im Damentennis geführt hat. Für die damals 20-Jährige Deutsche stand eine Reise nach Usbekistan ins Haus, in Taschkent feierte Witthöft wie bei vielen anderen Tour-Events ihre Premiere. Mit teilweise erstaunlichen Erfolgen. Am beeindruckendsten dabei wohl der Einzug in die dritte Runde der Australian Open des Vorjahres, ein Erfolg, den die aktuelle Nummer 82 der Welt in dieser Saison nicht wiederholen konnte.

Tatsächlich läuft es 2016 für Carina Witthöft nicht rund, zuletzt musste sie in Kattowitz mit einer äußerst knappen Niederlage gegen die spätere Finalistin Dominika Cibulkova klarkommen. Bei keinem Turnier steht mehr als ein Sieg im Hauptfeld zu Buche, auch nicht bei jenen der zweiten Ebene, wo die Spielerin des Porsche Teams Deutschland vor Jahresfrist noch reüssiert und wichtige Punkte für die Weltrangliste geholt hatte. Eine Chance darauf besteht nun auch in Stuttgart, nachdem Witthöft in der finalen Runde der Qualifikation gegen die Kroatin Ana Konjuh mit 6:3 und 6:4erfolgreich blieb.

Es wartet eine Grand-Slam-Siegerin

Die Laune also wieder gut und unbeschwert bei der jungen Hamburgerin? "Ich glaube, dass ich deutlich besser gespielt habe, als dies meine Ergebnisse aussagen", erklärte Witthöft, die sich zum Auftakt im Hauptfeld nun mit Ana Ivanovic messen muss. "Man kann nur volles Risiko gehen, ansonsten hat man gegen eine Spielerin ihres Kalibers keine Chance." Chancen verwerten, das sieht Carina Witthöft in erster Linie als eine Sache des Kopfes. Nur konsequent also, dass sie seit Anfang des Jahres die Dienste eines Mentaltrainers in Anspruch nimmt, auch weil das Verteidigen der 2015 erzielten Punkte die Hamburgerin in ihrem Spiel belastet.

Dass dies auch der erste Schritt zurück in die Nationalmannschaft Deutschlands sein könnte, ist mehr als nur ein positiver Nebeneffekt für Witthöft. "Ich habe nicht damit gerechnet, dass Barbara Rittner mich jetzt ins Fed-Cup-Team einlädt - hätte mich aber natürlich sehr darüber gefreut." Fed Cup wird aus deutscher Sicht indes erst 2017 wieder ein Thema. Ganz aktuell wartet Ivanovic auf Carina Witthöft, die nach drei gewonnenen Matches langsam wieder zur Unbekümmertheit des letzten Jahres zurück findet.

von Jens Huiber

Montag
18.04.2016, 00:00 Uhr