Baghdatis ein Internet-Hit
Über 250.000 Internet-Nutzer haben sich innerhalb von 24 Stunden den Wutausbrauch des Zyprers angeschaut, für den er 800 US-Dollar zahlen muss.
von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet:
19.01.2012, 13:11 Uhr

Die Frustbewältigungbeim Australian-Open-Aus hat TennisprofiMarcos Baghdatisschnell zu einem Quotenhit im Internet gemacht. Binnen 24 Stunden hatten sich bis Donnerstagmittag schon mehr als 250.000 Internet-Nutzer auf Youtube angeschaut, wie der Zyprer während einer Spielpause vier Schläger nacheinander zertrümmerte. Zwei davon waren noch in eine Plastikfolie eingehüllt. Baghdatis war am Mittwoch in Melbourne trotz des Wutausbruchs in der zweiten Runde gegen den Schweizer Stanislas Wawrinka ausgeschieden.
Petzschner: "Er war wohl mit der Bespannung unzufrieden"
Baghdatis ist für seine exzentrische Art auf dem Court bekannt, doch das Zerstören von vier Rackets innerhalb von weniger als 30 Sekunden war auch für den 26-jährigen Ex-Finalisten der Australian Open eine reife Leistung. „Er war wohl mit der Bespannung unzufrieden“, witzelte Davis-Cup-Spieler Philipp Petzschner. „Ich habe eigentlich auch einige Schläger auf dem Platz zerstört. Manchmal zerbreche ich sie im Training, im Match dagegen nicht mehr. Deshalb kann ich nicht jemanden sagen, dass er es nicht tun soll, wenn ich es selbst getan habe. Es ist definitiv nicht die beste Art und Weise, seinen Frust rauszulassen. Ich finde, je älter man wird, umso mehr merkt man, dass es auch andere Wege gibt“, sagte Serena Williams zu dieser Situation.
Der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic hatte die Bilder noch nicht gesehen, als er nach seinem Zweitrundensieg am Donnerstag darauf angesprochen wurde. „Aber ich werde es mir sofort auf YouTube anschauen“, sagte der Serbe, früher selbst für sein Temperament auf dem Platz bekannt. „Ich mache es nicht mehr häufig, aber ab und zu fühlt man sich danach schon erleichtert“, sagte Djokovic. „Aber ein bisschen schämt man sich auch.“
800 US-Dollar-Strafe, auch andere Spieler müssen zahlen
Der Franzose Jo-Wilfried Tsonga, auch stets voller Emotionen während seiner Spiele, traut sich hingegen bereits seit seiner Jugend nicht mehr, seine Schläger zu zerstören. „Es ist manchmal schwer, sich zu beherrschen, aber mein Vater hat mir immer gesagt: 'Wenn du den Schläger zerstörst, zerstöre ich dich.'“
Baghdatis wurde für seinen Ausraster mit einer Geldstrafe von gerade einmal 800 US-Dollar bestraft. Er wird dies angesichts von knapp 4,7 Millionen Dollar Preisgeld während seiner Karriere wesentlich leichter verschmerzt haben als das Ausscheiden. Wesentlich heftiger fiel dagegen die Geldstrafe für Fernando Verdasco aus, der wegen unerlaubten Coachings 2.000 US-Dollar zahlen muss. Auch John Isner, Alexandr Dolgopolov und Denis Istomin wurden wegen Misshandlung ihrer Ausrüstung bestraft. Donald Young, Juan Carlos Ferrero und Gilles Simon wurden ebenfalls wegen unflätiger Worte mit einer Geldstrafe belangt.(Text: dpa/cab; Foto: Youtube)
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