"Hindrance" - ja oder nein? Draper und Medvedev im Clinch
Daniil Medvedev hat seine starke Form im Indian-Wells-Viertelfinalduell gegen Jack Draper bestätigt. Eine Situation aber sorgte für etwas Unmut aufseiten des Briten.
von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet:
13.03.2026, 12:49 Uhr

Was war passiert?
Beim Stand von 1:6, 5:5 und 0:15 aus Drapers Sicht (bei eigenem Aufschlag) spielte Medvedev eine Vorhand verdächtig lang an die Grundlinie. Der Aus-Ruf blieb jedoch - nun ja: aus. Was Draper mit einer leichten Geste des Unverständnisses goutierte. Der Ballwechsel dauerte noch einige Schläge an, bis Medvedev der Fehler unterlief. Was ein 15:15 bedeutet hätte.
Medvedev aber beschwerte sich über Drapers Geste - und bekam nach Betrachung der Videoaufzeichnung recht.
Die Begründung der Schiedsrichterin: Wenn Medvedev nach einem Review verlangt hätte, habe er Drapers irritierende Bewegung wohl gesehen. Draper fragte auch bei “Meddy” selbst nach. “Ein bisschen” habe er sich gestört gefühlt, antwortete der.
Statt 15:15 hieß es also 0:30 aus Drapers Sicht. Medvedev gelang schließlich das matchentscheidende Break zum 6:1, 7:5-Erfolg.
Medvedev: “Wenn du sauer auf mich bist, tut's mir leid”
Die Szene sorgte auch beim Handshake der beiden für weitere, immerhin zivilisierte Diskussionen. “Wenn du sauer auf mich bist, tut's mir leid”, erklärte Medvedev. Draper verneinte. “Aber ich würde das verstehen”, gab Medvedev zu. Draper: “Ich glaube nicht, dass es dich wirklich ausreichend abgelenkt hat." Was Medvedev nicht wirklich abstreiten konnte.
Unabhängig on “hindrance” oder nicht - die Frage ist vor allem diese: Hätte Medvedev den Punkt nicht direkt stoppen müssen, anstatt weiterzuspielen, wenn ihn Drapers Reaktion derart verunsichert hat? Wie es eben auch der Fall ist, wenn ein Ball vermeintlich im Aus gelandet ist und man den Punkt direkt stoppen muss?
