48 Stunden Reise: Daniil Medvedevs Odysee nach Indian Wells

Die derzeitige hochbrisante politische Lage in Nahost hat auch Auswirkungen auf den Tenniszirkus. Das musste unter anderem Daniil Medvedev am eigenen Leib erfahren. Der 30-Jährige hat gerade eine wahre Odysee hinter sich.
 

von Clemens Engert
zuletzt bearbeitet: 06.03.2026, 16:24 Uhr

© Getty Images
Daniil Medvedev ist letztendlich doch noch rechtzeitig in Indian Wells angekommen.

Medvedev war zuletzt beim ATP 500-Event in Dubai am Start, wo er sich (auch dank des verletzungsbedingten Nichtantretens seines Finalgegners Tallon Griekspoor) den Titel holte. So weit, so gut. Nachdem jedoch am Samstag die großangelegte Offensive auf den Iran, koordiniert von den USA und Israel, startete, verschärfte sich auch die Liga in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Der Iran startete nämlich relativ willkürlich Rakenten- und Drohnen-Angriffe auf Nachbarländer, von denen auch Dubai nicht verschont blieb. So traf unter anderem ein iranischer Flugkörper den internationalen Flughafen, mehrere Menschen wurden verletzt. Im Hafen brach durch Trümmer einer abgefangenen Rakete ein Brand aus. Das Luxushotel Burj Al Arab, eines der Wahrzeichen der beliebten Urlaubsdestination, wurde durch Drohnentrümmer beschädigt.

Daraufhin wurde der Luftraum über der arabischen Halbinsel größtenteils gesperrt, die Tennisprofis schienen in Dubai festzusitzen. Wie schließlich doch noch die Ausreise gelang, schilderte nun Daniil Medvedev in einem Interview anlässlich des ATP Masters 1000-Turniers in Indian Wells. Alles begann mit einer Fahrt nach Amman, der Hauptstadt Jordaniens. "Mit etwas Glück dauert die Fahrt etwa viereinhalb Stunden, meistens aber sechs. Manche brauchen neun“, erklärte Medvedev. In seinem Fall verzögerte sich die Reise durch einen unerwarteten Zwischenfall zusätzlich.

Malheur des Fahrers

Der Fahrer des Wagens konnte seinen Pass nicht finden, weshalb die Gruppe nach dem Grenzübertritt umkehren musste. „Ich glaube, wir waren die Einzigen, die die Grenze überquert, umgedreht und in die Emirate zurückgefahren sind“, erzählte der Russe. Schließlich wurde das Dokument auf dem Parkplatz gefunden, und sie konnten die Reise nach Amman fortsetzen.

Nach einer Übernachtung in Jordanien ging es dann weiter nach Istanbul, wo ebenfalls wenig Zeit zum Ausruhen blieb. Medvedev, sein Team sowie Kollegen wie Andrey Rublev und Karen Khachanov verbrachten die Nacht in einem Hotel im Flughafen, bevor sie die letzte Etappe ihrer Reise nach Kalifornien antraten. „Wir haben die Nacht im Flughafen Istanbul in einem Hotel dort verbracht und sind dann nach Los Angeles geflogen“, resümiert der ehemalige Weltranglisten-Erste. Zusammen mit den vorherigen Zwischenstopps ergab sich so eine Reise von fast zwei Tagen ununterbrochener Fahrt. 

“Ich bin total erschöpft”

Obwohl Medvedev bemüht war, die Situation nicht allzu dramatisch zu schildern, gab er zu, dass die Reise sehr anstrengend war. „Ich bin total erschöpft, es sind fast zwei Tage zwischen Auto- und Flugzeugfahrt vergangen“, bekannte der Russe.

Das Turnier in Indian Wells beginnt für Medvedev am Samstag, wo er auf den Sieger des Matches zwischen Alejandro Tabilo und Rafael Jodar wartet. Man darf gespannt sein, ob die Akkus des US Open-Siegers von 2021 bis dahin wieder voll aufgeladen sind.

Hier das Einzel-Tableau der Herren in Indian Wells

Verpasse keine News!
Aktiviere die Benachrichtigungen:
Medwedew Daniil

von Clemens Engert

Freitag
06.03.2026, 16:21 Uhr
zuletzt bearbeitet: 06.03.2026, 16:24 Uhr

Verpasse keine News!
Aktiviere die Benachrichtigungen:
Medwedew Daniil