„Absolute Katastrophe“: Tenniswelt debattiert nach Montreal-Absagen von Sinner und Djokovic
Jannik Sinner und Novak Djokovic fehlen auch dieses Jahr bei den Canadian Open. Für den Veranstalter sind die Absagen eine „Katastrophe“, die Tenniswelt debattiert indes über die Sinnhaftigkeit des Zwei-Wochen-Modells bei Masters 1000-Events.
von Clemens Engert
zuletzt bearbeitet:
26.07.2026, 13:07 Uhr

Sinner wird das Turnier zum zweiten Mal in Folge verpassen. Djokovic hat seit sieben Jahren nicht mehr in Kanada gespielt. Die Absagen haben für teils heftige Reaktionen in der Tenniswelt gesorgt.
"Das ist eine absolute Katastrophe für Montreal, dass Sinner, [Carlos] Alcaraz und Djokovic dieses Jahr alle ausfallen“, postete der Account @TennisConnected auf X/Twitter. „Welchen Sinn hat ein zweiwöchiges Masters-Turnier in Kanada, wenn keiner der Topspieler antritt?“
Besonders das Zwei-Wochen-Modell, das mittlerweile bei allen Masters 1000-Events außer in Monte Carlo und Paris angewendet wird, gerät derzeit heftig unter Beschuss. Jon Wertheim vom Tennis Channel bezeichnete die Neuerung als „Fehlschlag“ und meinte, es sei an der Zeit, das Projekt aufzugeben. „Dies ist eine hervorragende Veranstaltung in einer großartigen Stadt, die den Tennissport unterstützt. Montreal hat Besseres verdient …“, fügte er hinzu.
Terminverschiebung brachte nichts
Dabei hatte die ATP im Vergleich zum Vorjahr den zeitlichen Abstand zwischen Wimbledon und den Canadian Open immerhin von zwei auf drei Wochen vergrößert. Eine Anpassung, die offenbar nicht ausreichte, wie sich am Teilnehmerfeld zeigt.
Vor allem die erneute Absage von Jannik Sinner sorgte für große Diskussionen. Der Weltranglisten-Erste gewann die ersten fünf Masters-Turniere des Jahres und hätte als erster Spieler alle neun Wettbewerbe dieser Kategorie innerhalb einer Saison gewinnen können. Nun verzichtete er quasi freiwillig auf diese einmalige, historische Chance – wohl auch eine Lehre aus der Sandplatzsaison, als ihm nach dicht gepackten Turnierwochen bei den French Open schlicht die Kraft ausging.
Sinner “liebt die einwöchigen Veranstaltungen”
Der Südtiroler selbst hat in der Vergangenheit jedenfalls keinen Hehl daraus gemacht, dass er einwöchige Masters 1000-Formate vorzieht. „Meine persönliche Ansicht ist, dass ich die einwöchigen Veranstaltungen liebe“, meinte Sinner im Vorjahr in Monte Carlo. Ähnlich hatte sich in der Vergangenheit auch Novak Djokovic geäußert. „Um ganz ehrlich zu sein, genieße ich die zweiwöchigen Masters-Turniere nicht mehr. Sie sind für mich einfach viel zu lang. Mein Fokus liegt hauptsächlich auf den Grand Slams, und das habe ich schon früher gesagt“, so der Serbe.
Während Montreal mit den bitteren Absagen wird leben müssen, darf sich zumindest das darauffolgende Masters 1000-Turnier in Cincinnati (13. bis 23. August) über die (Stand jetzt) Teilnahme sämtlicher Spitzenspieler freuen. Auch Carlos Alcaraz will dort sein Comeback nach Handgelenksverletzung feiern.
Im Anschluss an Cincinnati wird die Weltelite vom 30. August bis zum 13. September bei den US Open um den letzten Grand Slam-Titel des Jahres kämpfen.
