Alexander Zverev – der „Anti-Raducanu“ bei der Trainer-Wahl

Während Alexander Zverev sich mit seinem Vater Alexander senior als bislang einzigem Chef-Coach immer noch bestens aufgestellt sieht, feiert Emma Raducanu diesbezüglich ein zweifelhaftes Jubiläum, nachdem die Britin mit Marc Petchey zum bereits zehnten Mal ihre Trainerstelle auf der Tour besetzte.

von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet: 08.03.2026, 08:06 Uhr

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In Sachen Trainer-Engagement hat Alexander Zverev eine gegenteilige Herangehensweise als Emma Raducanu.

Die absolut perfekte Trainerwahl schien für Emma Raducanu gefunden zu sein, als die Britin nach ihren Anfängen auf der Tour mit Nigel Sears, dem Schwiegervater der schottischen Tennislegende Andy Murray, von Andrew Richardson betreut ihren sensationellen Titellauf bei den US Open 2021 hinlegte. Doch schon direkt nach dem Überraschungscoup wartete die 23-Jährige mit der unerwarteten Trennung von ihrem Übungsleiter auf, der mittlerweile in der Akademie des ehemaligen spanischen Profispielers David Ferrer arbeitet.

Der Griff ins oberste Regal sollte perspektivisch Ruhe in die bedeutendste Personalie im Team Raducanu bringen. Doch auch der ehemalige Kerber-Coach und heutige DTB-Damencheftrainer Torben Beltz, als auch der Russe Dmitry Tursunov, der unter anderem Spielerinnen wie Aryna Sabalenka und Elena Vesnina coachte, erreichten ebenfalls nur eine geringe Halbwertszeit in ihrer Aufgabe. Auch der deutsche Sebastian Sachs, der immerhin die Schweizerin Belinda Bencic 2021 zu Olympia-Gold führte, durfte sich nicht lange an der Seite der ehemaligen Weltranglisten-10. beweisen.

Es folgten weitere Kurz-Engagements ihres Kindheitstrainers Nick Cavaday vom britischen Tennisverband und dem Slowaken Vlado Platenik, ehe mit Mark Petchey ein weiterer verdienter LTA-Trainer anheuerte, der jedoch aufgrund seines Jobs als TV-Experte nur begrenzt verfügbar war. Der große Wurf sollte schließlich mit der Trainer-Ikone Francisco Roig gelingen, der knapp 17 Jahre dem Trainer-Team der spanischen Tennislegende Rafael Nadal angehörte. Doch auch diese Liaison endete vor dem US-Sunshine-Double, weshalb Petchey als zehnter Übungsleiter, Doppelnennung erlaubt, wieder in die Bresche springen musste.

Nicht nur die weltweite Tennis-Community rätselt wegen der Fluktuation von Raducanu auf der Trainer-Position. So kommentierte auch Spielerkollege Alexander Zverev auf der Presse-Konferenz in Indian Wells das rege Wechselspiel der Britin: „Ich denke, Emma ist da ein ganz spezieller Fall. Ich mag sie wirklich sehr gerne. Aber ihre Coaching-Situation ist komplett verschieden als bei mir. Ich trainiere seit 28 Jahren mit derselben Person, deshalb stellt sich die Frage bei mir anders, als unterschiedliche Herausforderung. Es hängt einzig und allein von ihr ab.“

Doch auch Kontinuität auf der Trainer-Position, wie im Falle von Zverev, kann immer wieder für Diskussionen sorgen. So ruft das dauerhafte Engagement von seinem Vater nicht selten Kritiker auf den Plan, dass ein neuer Input diesbezüglich das Spiel von Zverev verbessern könnte. Für Indian Wells hat der deutsche Olympiasieger eine offensivere Herangehensweise angekündigt, die sich schon im souveränen Match-Erfolg gegen den Italiener Matteo Berrettini zeigte. Nächste Beweisprobe – das Sechzehntelfinale gegen den US-Amerikaner Brandon Nakashima. Für Raducanu steht nach souveränem Auftakt das Duell mit der zweifachen Grand-Slam-Finalistin Amanda Anisimova aus den USA auf dem Programm.

Hier das Einzel-Tableau der Herren aus Indian Wells

Hier das Einzel-Tableau der Damen aus Indian Wells

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