Alexander Zverev - Ein Ausnahmeathlet
Mit seinem zweiten Grand-Slam-Titel der Karriere hat Alexander Zverev sein außergewöhnliches Jahr 2026 vergoldet. Der Weltranglistenzweite erntet den Lohn für die harte Arbeit der letzten Jahre.
von SID
zuletzt bearbeitet:
14.09.2026, 18:37 Uhr

Im Januar 2017, Alexander Zverev stand noch am Anfang seiner Karriere, gab sein Fitnesstrainer Jez Green ein Interview. Green sprach von einem "talentierten" und "hungrigen" Tennisspieler, der "alles wissen will", schnelle Fortschritte mache und in drei Jahren "nicht einen schlechten Trainingstag" gehabt habe. Damals deutete sich das enorme körperliche Potenzial des Ausnahmeathleten Zverev an, der sich bis heute nicht verändert hat und auf der Tennistour als Trainingsweltmeister gilt.
Green ist seit August 2024 nach eineinhalbjähriger Unterbrechung wieder für Zverev zuständig, er ist ein wichtiger Teil der Erfolgsgeschichte des Hamburgers in diesem Jahr. Mit ihm legte Zverev täglich die Grundlagen für stundenlange Grand-Slam-Matches, durch die er sich zu den Titeln bei den French und US Open gekämpft hat. Zverev leidet seit Kindertagen an Diabetes, er ist trotzdem der Fitteste aller Tennisprofis - dem gebührt Respekt.
Zverev ist beharrlich geblieben
Dem 29-Jährigen fehlt zwar die spielerische Leichtigkeit eines Tenniskünstlers wie Carlos Alcaraz, auch Jannik Sinner hat ihm als Gesamtkunstwerk einiges voraus. Doch Zverev hat sich seinen Platz in der Weltspitze mit Schweiß und Disziplin erarbeitet. Er ist trotz Rückschlägen beharrlich und stets auf der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten geblieben.
In Paris zeigte sich: Er muss für den Angriff auf den Titel gar nicht der beste Tennisspieler der Welt sein. Während die Konkurrenz (Sinner) in der Hitze körperlich zusammenbrach, liebt Zverev heiße Bedingungen. In New York steckte er Matches bis tief in die Nacht problemlos weg. Er ist seit seiner schweren Knöchelverletzung 2022 frei von langwierigen Blessuren.
Zur Wahrheit gehört: In diesem außergewöhnlichen Tennisjahr 2026 hat er Sinner oder Alcaraz nicht einmal geschlagen, vor allem gegen Sinner ist seine Bilanz verheerend. Mit dem durch die Titel neu gewonnenen Selbstverständnis und seinem körperlichen Vorsprung kann er beiden in Zukunft aber gefährlich werden. Auch im direkten Duell.
