Alexander Zverev: "Muss mein Niveau durchziehen"
Deutschlands Tennisstar schlägt auch Alexandre Müller aus Frankreich. Nun wartet der wohl stärkste Gegner im bisherigen Turnierverlauf.
von SID
zuletzt bearbeitet:
21.01.2026, 19:47 Uhr

Nach dem zweiten Schritt auf dem Weg zum großen Ziel gönnte sich Alexander Zverev nur einen kurzen Moment der Zufriedenheit. "Ich fühle mich gut - Hauptsache das Level bleibt da", sagte der Tennisstar nach seinem Einzug in die dritte Runde der Australian Open. Mit seinem hart erkämpften Zweitrundensieg, bei dem Zverev auch einige Widerstände überwinden musste, wollte er sich aber nicht lange aufhalten.
Schließlich wartet nach dem Viersatzsieg über Alexandre Müller nun die nominell schwierigste Aufgabe im bisherigen Turnierverlauf. Der Weltranglisten-27. Cameron Norrie ist am Freitag Zverevs erster gesetzter Gegner. "Ich erwarte, dass es intensiv wird, aber ich muss mein Niveau durchziehen."
Zverev hat gegen den Briten Norrie eine Bilanz von 6:0. Und doch glaubt er an eine knifflige Aufgabe. "Er ist ein super Spieler, kann ein sehr hohes Niveau spielen", sagte er voller Respekt.
Partie von Zverev durch Regen unterbrochen
Zuvor hatte Zverev gegen Müller sein 18. und letztes Ass übers Netz gefeuert und ein kniffliges Match für sich entschieden. Mit 6:3, 4:6, 6:3, 6:4 rang Zverev den bissigen Franzosen nieder - er ließ sich dabei auch von einer längeren Regenpause und leichten Fußproblemen nicht beirren. Yannick Hanfmann war zuvor trotz tapferen Kampfes gegen Carlos Alcaraz chancenlos gewesen.
"Das war ein Match auf hohem Niveau. Ich bin extrem Happy mit dem Spiel", sagte Zverev nach der knapp über dreistündigen Achterbahnfahrt. Wie schon beim Viersatzsieg über den Kanadier Gabriel Diallo zeigte der Hamburger eine etwas wackelige Leistung. Dennoch überstand Zverev bereits zum neunten Mal die zweite Runde in Australien.
Zverev startete gut in die Partie, doch beim Stand von 3:0 im zweiten Satz verlor er plötzlich komplett den Faden. Er reihte nun Fehler an Fehler, Müller nistete sich in Zverevs Kopf ein, doch der Hamburger fing sich nach dem Satzverlust wieder.
Hanfmann unterliegt Alcaraz
Mitte des dritten Satzes zogen düstere Wolken am Melbourner Nachthimmel auf - und sorgten wenig später für eine Regenunterbrechung. Warum das Dach trotz entsprechender Wettervorhersagen nicht vorher zugemacht worden war, blieb zunächst das Geheimnis des Turnierveranstalters. Zverev nutzte die Pause zu seinem Vorteil und krallte sich den wichtigen Satz.
Im vierten Durchgang ließ er den Physio kommen und sich am Fuß behandeln; Zverev schien Probleme mit dem linken Fuß zu haben. "Ich habe ein Schmerzmittel genommen und es ging danach", erklärte er im Anschluss: "Ich war ein bisschen ängstlich, weil es in Richtung Achillessehne ging, aber ich konnte mich danach wieder gut bewegen." Von seinem Weg zum Sieg war er nicht mehr abzubringen. "Mir hat sehr vieles gut gefallen. Anderthalb Sätze fand dich es sehr gut, dann hat er eine kleine Krise gehabt", sagte Boris Becker bei Eurosport.
Hanfmann hatte sich zuvor gegen Alcaraz teuer verkauft. Der Karlsruher ließ in der mächtigen Rod Laver Arena sein Herz auf dem Platz, doch die Sensation blieb aus. Letztlich verlor er gegen den Weltranglistenersten aus Spanien glatt mit 6:7 (4:7), 3:6, 2:6 und schied als vorletzter Deutscher aus dem Turnier aus.
Hier das Männer-Tableau in Melbourne
