Alexandra Vecic aus dem Porsche Talent Team: „Maria Sharapova hat mich mega beeindruckt!“

Alexandra Vecic, 18, gilt als eine der hoffnungsvollsten deutschen Nachwuchsspielerinnen. Sie ist Mitglied im Porsche Talent Team und erreichte im Januar beim Juniorinnen-Turnier der Australian Open überraschend das Halbfinale. Vecic geht aktuell in Weinheim auf ein Sportgymnasium und legt im Mai ihr Abitur ab – dann will sie bei den Damen angreifen.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 22.04.2020, 13:40 Uhr

Alexander Vecic
© Juergen Hasenkopf
Alexander Vecic

Frau Vecic, was verbinden Sie mit dem Porsche Tennis Grand Prix?

Ich war bereits als kleines Mädchen jedes Jahr zum Zuschauen dort, schon mit fünf Jahren, mit meinem Papa. Das war immer ein Highlight! Später habe ich dann selbst ein Einladungsturnier für die besten Nachwuchsspielerinnen während des Porsche Tennis Grand Prix gespielt. Das habe ich zwei Mal gewonnen, das erste Mal überraschend, das zweite Mal als Favoritin. Die Vorrunden wurden damals in Stuttgart-Stammheim gespielt, die Finals dann auf Platz 1 beim Porsche Tennis Grand Prix – das war natürlich cool. Daher habe ich einen großen Bezug zum Turnier./

Gibt‘s eine Spielerin, deren Auftritt Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Maria Sharapova! Sie ist für mich das Zeichen für den Porsche Tennis Grand Prix. Sie ist auch meine Lieblingsspielerin – oder sie war es, sie hat ja leider aufgehört. Sharapova habe ich verfolgt, seit ich das erste Mal beim Porsche Tennis Grand Prix war. Und Ana Ivanovic. Wenn ich die beiden gesehen habe, war der Tag perfekt (lacht).

Was hat Sie an Sharapova so begeistert?

Vor allem ihre Professionalität. Als ich zum ersten Mal das Nachwuchsturnier beim Porsche Tennis Grand Prix gewonnen habe, mit zwölf Jahren, war es unglaublich, zum ersten Mal ein Training der Profis miterleben zu dürfen. Aber bei Sharapova hat allein das Aufwärmen 45 Minuten gedauert! Mit welcher Intensität sie trainiert hat, welche Konzentration sie mitgebracht hat, und das bei jedem Schlag. Das war kein „Komm, wir trainieren mal etwas“… Das hat mich mega beeindruckt.

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Sharapova spielte auch ihre Matches genau so: voll fokussiert und ohne große Emotionen.

Ja – wobei das nicht so mein Ding ist. Ich bin sehr emotional auf dem Platz.

Bei Ihnen fliegt auch mal ein Schläger oder Ball in die Ecke?

(lacht) Das kann schon mal passieren. Sharapova hat sich recht wenig auf dem Court gepusht, kaum Emotionen gezeigt. Ich zeige dauernd welche – positive wie auch negative. Ich brauche das, ich muss Dampf ablassen. Auch fürs Adrenalin, um zu 100 Prozent im Spiel zu sein.

In Sachen Ehrgeiz und Professionalität stehen Sie Sharapova in wenig nach, wie man hört.

Das stimmt, das ist in meinem Charakter drin. Ich habe hohe Ziele – ich will Grand-Slam-Turniere gewinnen, will die Nummer 1 werden. Das hört sich vielleicht sehr ambitioniert an, aber dies sind nun mal die großen Ziele von fast allen jungen Spielerinnen und Spielern, die Profi werden wollen und entsprechend viel dafür tun. Ob es am Ende klappt, weiß man natürlich nicht.

Schauen Sie sich Ihre Matches im Nachhinein an - oder welche von anderen Spielerinnen oder Spielern?

Ich schaue vor allem meine eigenen Matches an und analysiere, was ich falsch gemacht habe, was besser hätte laufen können. Zuletzt auch von den Australian Open. Ich vergleiche das auch gerne mit älteren Matches, um zu sehen, was sich verbessert hat oder wo ich noch zu wenige Fortschritte gemacht habe. Mein Papa ist ja auch mein Trainer, das machen wir dann meist zusammen.

Zuletzt war es aufgrund der Corona-Pandemie schwierig, zu trainieren. Wie haben Sie die tennis-freie Zeit verbracht?

In den letzten Wochen habe ich viel Fitness gemacht, ein paar Schattenschwünge, solche Dinge. Das ist natürlich ziemlich weit entfernt vom normalen Tennisspielen. Aber jetzt gibt es ein paar Sonderregelungen, vor allem für die Bundeskader-Spielerinnen, wir können in Stuttgart-Stammheim wieder auf den Platz. Mit speziellen Beschränkungen und in geringeren Umfängen, aber immerhin kann man wieder ein paar Bälle schlagen. Darüber freue ich mich schon sehr.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute!

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von Florian Goosmann

Mittwoch
22.04.2020, 19:28 Uhr
zuletzt bearbeitet: 22.04.2020, 13:40 Uhr