Altmeister Cilic mit Paris-Prognose: Kein Alleingang von Sinner
Seit bekannt ist, dass Carlos Alcaraz verletzungsbedingt in Paris nicht aufschlagen wird, haben die meisten bereits Jannik Sinner zum sicheren Sieger erklärt. Nicht so Marin Cilic, der mit seiner Prognose aufhorchen ließ.
von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet:
09.05.2026, 23:02 Uhr

Dass Titelverteidiger Carlos Alcaraz verletzungsbedingt in Paris fehlt, ist laut Altmeister Marin Cilic der Aufhänger der Sandplatzsaison. Der Spanier hatte zuletzt zwei Titel in Folge in Roland Garros geholt und galt erneut als großer Favorit. Sein Fehlen öffnet nun sowohl die obere Hälfte des Draws als auch die mentale Tür für jene Spieler, die bislang auf Sand an ihm scheiterten.
Sinner in der Pole Position
Besonders Jannik Sinner dürfte die neue Ausgangslage genau registrieren, da ist sich Cilic sicher. Der Weltranglistenerste jagt seinen letzten fehlenden Grand-Slam-Titel seiner Karriere und stand letztes Jahr bereits einmal im Paris-Finale, wo er gegen Alcaraz in einem epischen Fünfsatzer verlor (2024 scheiterte er ebenfalls in fünf Sätzen an Alcaraz, allerdings bereits im Halbfinale). Heuer gibt es diese Blockade nicht. Für Cilic ist klar: Die Chance auf den Career Grand Slam war für Sinner nie größer als jetzt.
Kann es für Zverev reichen?
Trotzdem sieht Cilic keinen Alleingang des Italieners. Vor allem Alexander Zverev spiele seit Monaten konstant und habe trotz des Finales in Madrid gezeigt, dass er konstant tief in große Turniere vorstoßen kann. Die offene Frage bleibt jedoch dieselbe wie seit Jahren: Kann der Deutsche in den entscheidenden Momenten tatsächlich zuschlagen? Drei verlorene Major-Finale (US Open 2020, French Open 2024, Australian Open 2025) hängen weiterhin wie ein Schatten über ihm. Cilic glaubt allerdings, dass Zverev vielleicht ausgerechnet heuer aus Revanche-Gefühlen gegenüber Sinner heraus über sich hinauswachsen könnte.
Djokovic als gefährlicher Außenseiter
Und dann ist da noch Novak Djokovic. Während viele Diskussionen sich auf die neue Generation konzentrieren, erinnert Cilic daran, dass aus der aktuellen ATP-Truppe kaum jemand mehr Erfahrung auf dem Court Philippe-Chatrier besitzt. Djokovic verfüge über die Fähigkeit, so Cilic, ungeachtet von Verletzungen oder anderen Hindernissen, sich in Grand-Slam-Matches plötzlich auf ein anderes Niveau zu heben. Nicht umsonst bleibe Djokovic für viele der unangenehmste Gegner im gesamten Tableau.
Paris mit neuem Machtgefüge
Zum ersten Mal seit zwei Jahren startet Roland Garros ohne den dominierenden Alcaraz – und genau das macht das Turnier so spannend. Sinner hat die historische Chance auf seinen letzten fehlenden Major, Zverev kämpft gegen seine eigene Vergangenheit und Djokovic gegen die Zeit. Selten war die Frage nach dem Favoriten so offen und so brisant.
