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Andreeva, Sabalenka: Alle wollen mit dem Tennis aufhören!

Bei Mirra Andreeva war die Frustration nach ihrer Niederlage gegen Barbora Krejcikova in der zweiten Runde von Wimbledon 2026 groß.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 03.07.2026, 07:28 Uhr

Mirra Andreeva war mit ihrer Peformance in Wimbledon 2026 nicht happy
© Getty Images
Mirra Andreeva war mit ihrer Peformance in Wimbledon 2026 nicht happy

Mirra Andreeva hat am frühen Mittwochabend noch ein letztes Mal Maß genommen, dann flog der Schläger der Russin in Richtung ihrer Bank, der Schiedsrichterstuhl blieb unversehrt, sonst wäre die Sache vielleicht auch noch teuer geworden für die frisch gekürte French-Open-Siegerin. Auf dem Weg zum Netz konnten dann selbst wenig begabte Lippenleser die Botschaft von Andreeva in Richtung ihrer Box entschlüsseln: „I quit.“ 

Wirklich? Schließlich hatte Mirra Andreeva ja nicht gegen eine blutige Anfängerin verloren, sondern gegen Barbora Krejcikova. Und eben die hat in ihrer Vita auch schon zwei Majors im Einzel stehen, darunter eben auch einen Titel in Wimbledon. Wenn Krejcikova fit ist, kann sie immer noch brillantes, variantenreiches Tennis spielen. Und letztlich war die Tschechin am Ende dem Sieg näher als Andreeva, die immerhin einen Matchball nach dem anderen abwehren konnte. 

Die Fans wollen ambitionierte Spielerinnen sehen 

Aber für einem Moment hat Andreeva ja suggeriert, dass sie vom Tennissport die Nase voll hat. Genauso hatte Aryna Sabalenka nach ihrer Pleite in Roland-Garros gegen Diana Shnaider reagiert. Natürlich nimmt das niemand ernst, sowohl Sabalenka wie auch Andreeva werden dem Tenniszirkus noch viele Jahre erhalten bleiben. 

Sind diese Emotionen nach Niederlagen aber vielleicht sogar ein gutes Zeichen? Denn es suggeriert dem zahlenden Publikum ja auch: Da steht jemand auf dem Court, der/die unbedingt gewinnen möchte. Und genau das möchte man ja eigentlich sehen. Da nimmt man sogar das Zertrümmern von Schlägern in Kauf. Auch wenn dieser uralte Brauch eher auf der Männerseite verankert ist. 

Barbora Krejcikova wird den Gefühlsausbruch von Mirra Andreeva mit einem gewissen Gleichmut zur Kenntnis genommen haben. In ihrem morgigen Drittrunden-Match darf sie jedenfalls ein bisschen mehr Respekt vor ihrer Lebensleistung erwarten: Da geht es nämlich gegen ihre erst 18-jährige Landsfrau Nikola Bartunkova. 

Hier das Einzel-Tableau der Frauen 


 

von Jens Huiber

Freitag
03.07.2026, 11:30 Uhr
zuletzt bearbeitet: 03.07.2026, 07:28 Uhr