Andy Murray: Vornehme Zurückhaltung mit Ratschlägen für Emma Raducanu

Andy Murray hat gegenüber BBC Sport erklärt, sich mit ungefragten Ratschlägen für den aufgehenden Stern am britischen Tennis-Himmel, Emma Raducanu, vornehm zurückhalten zu wollen. Er habe am eigenen Leib erfahren, dass vermeintliche Experteneinschätzungen häufig gegenläufige Effekte haben können. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 21.09.2021, 18:47 Uhr

Andy Murray will sich mit ungefragten Ratschlägen für Emma Raducanu zurückhalten
Andy Murray will sich mit ungefragten Ratschlägen für Emma Raducanu zurückhalten

Nicht nur die britische Tennis-Community, nein, auch Stars aus Musik, Fußball und Co meldeten ihre Gratulationen für die sensationelle US-Open-Siegerin Emma Raducanu an. Die 18-Jährige ist auf der britischen Insel in aller Munde, das steht außer Frage. Ein solcher Erfolgslauf einer Landsfrau geht natürlich auch an Andy Murray, selbst dreifacher Major-Sieger, nicht spurlos vorrüber. Gegenüber BBC Sport hatte der Schotte jedenfalls nichts als Respekt für Raducanu über: "Was Emma erreicht hat, ist unglaublich, und ich hoffe, dass sie noch weitere erstaunliche Dinge in diesem Sport erreichen wird."

Er wolle nun, so Murray, aber nicht den Fehler machen und die Teenagerin mit ungefragten Ratschlägen überhäufen, wie es ihm selbst widerfahren sei: "Ich mochte es nie, wenn sich die ehemaligen britischen Tennisspieler nach jedem Sieg und jeder Niederlage einmischten und sagten, was man tun und lassen sollte, und viele von ihnen gaben auch dann Ratschläge, wenn man gar nicht danach gefragt hatte", so Murray. Er habe dies stets sehr "irritierend" gefunden, ja, finde es auch heute noch. "Ich möchte nicht diese Person sein." 

Murray: "Das ist nicht hilfreich"

Zwar stünden seine Türen stets für Emma Raducanu und ihr Umfeld offen, aufdrängen wolle sich der dreifache Major-Sieger aber nicht: "Wenn sie oder ihre Familie jemals reden wollen, werde ich natürlich immer am Telefon sein", so Murray. "Aber ich möchte nicht der Typ sein, der sich nach jeder Niederlage oder jedem Sieg einmischt und seine Meinung dazu äußert, was sie anders machen sollte oder nicht, denn das ist nicht hilfreich." So, wie es Andy Murray mit seinem US-Open-Sieg 2012 gelungen ist, eine 77-jährige britische Major-Durststrecke zu durchbrechen, beendete Emma Raducanu eine 44-jährige auf der Damen-Seite. 

Eine Wartzeit, die sich Großbritannien in diese Länge nicht mehr leisten könne: "Für ein Land, das das größte Tennisturnier der Welt ausrichtet und dem es sicherlich nicht an Geld mangelt, ist das nicht gut genug", betonte der ehemalige Weltranglistenerste. "Jetzt sollte die Gelegenheit sein, dafür zu sorgen, dass es nicht wieder eine riesige Wartezeit gibt. Sie müssen versuchen, die Gelegenheit zu nutzen." Eine Gelegenheit, die natürlich mit einer Spielerin Emma Raducanu einhergeht. Geht es nach Andy Murray, so ist aber das Gebot der Stunde, die 18-Jährige einmal machen zu lassen. 

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