Eklat – „Ihr hättet alle vergast werden sollen“

Ein jüdischer Tennisspieler wurde bei einem Verbandsmatch in Belgien aufs Übelste beschimpft.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 02.08.2016, 14:25 Uhr

during the US Open at the USTA National Tennis Center in Flushing Meadows Corona Park on September 1, 2005 in the Flushing neighborhood of the Queens borough of New York City.

Das belgische Vereinstennis ist von einem schwerwiegenden Beleidigungsskandal erschüttert worden. Der Spieler Alain Verlaak wurde von seinem Club suspendiert, weil er einem jüdischen Konkurrenten auf dem Spielfeld an den Kopf geworfen hatte: "Alle von euch hätten vergast werden sollen." Verlaak machte die Bemerkung gegenüber einem Maccabi-Spieler in Antwerpen, wie die jüdische Monatszeitschrift "Joods Actueel" berichtete. Der Zwischenfall trug sich während eines Turniers der Nationalen Tennis Vereinigung (VTV) am 22. Juli im 7th Olympics Club zu.

Der jüdische Spieler - aus eigenen Sicherheitsbedenken nur als Serge S. identifiziert - erklärte gegenüber der belgischen Zeitung, dass sich der Disput nach einem verlorenen Punkt von Verlaak entwickelt hatte, welcher zu diesem Zeitpunkt in Führung lag. Nach dem Vorfall wurde das Match von der Clubleitung abgebrochen und Verlaak vom Turnier ausgeschlossen. Serge S. sagte der Zeitschrift, dass der Club korrekt gehandelt habe. Zusätzlich hätte Verlaak allerdings für alle zukünftigen Turniere der VTV gesperrt werden sollen, forderte Serge S. und fügte an, dass er bei der Polizei Anzeige gegen Verlaak erstattet habe.

Diskriminierende Zwischenfälle auch bei den Profis

Auch im Profitennis kam es immer wieder zu verbalen Aussetzern, meist mit rassistischem Hintergrund. Diese konnten jedoch nicht immer zweifelsfrei bewiesen werden. So wurde der Russe Daniil Medvedev beim ATP-Challenger in Savannah (USA) disqualifiziert . Offizieller Grund: "Schwerwiegendes unsportliches Verhalten, als er die Unparteilichkeit der Stuhlschiedsrichterin wegen ihrer Hautfarbe in Frage stellte." Bei den US Open 2001 gab es einen vergleichbaren Vorfall. Lleyton Hewitt fühlte sich von einem dunkelhäutigen Linienrichter benachteiligt und forderte dessen Austausch. Schiedsrichter Andreas Egli leitete damals das Zweitrunden-Match mit Beteiligung von James Blake und entsprach Hewitts Forderung. Die anschließende Untersuchung wegen eines rassistischen Kommentars endete allerdings mit einem Freispruch für den Australier. Zuletzt soll Caroline Carcia ihre rumänische Gegnerin Irina Camelia-Begu in Charleston als " Zigeunerschl... " bezeichnet haben, wurde aber von der WTA freigesprochen.

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02.08.2016, 14:25 Uhr