Verstößt Michal Przysiezny hier gegen die „Best-Effort-Rule“?

Der Pole Michal Przysiezny hat beim ATP-Challenger in Guadalajara offenbar nicht seinen besten Einsatz gezeigt.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 28.04.2015, 12:10 Uhr

„Ein Spieler soll während des Matches im Turnier seinen besten Einsatz zeigen. Bei einem Verstoß dagegen soll sich der Spieler einer Strafe von bis zu 10.000 US-Dollar für jeden einzelnen Verstoß aussetzen. Für diesen Zweck sollen der Oberschiedsrichter und/oder der Stuhlschiedsrichter das Recht haben, den Spieler zu bestrafen mittels des Punktebestrafungsplan.“ So steht es im ATP-Regelwerk über die sogenannte Best-Effort-Rule. Seitdem Tennismatches auch von kleineren Turnieren, Challenger oder Future, im Livestream angeboten werden, stehen die Spieler noch mehr im Fokus. Benimmt sich ein Spieler daneben oder gibt nicht alles, landet die Szene meist zügig im Internet in den sozialen Netzwerken.

Przysiezny ist kein Einzelfall

Neuestes Beispiel: Michal Przysieszny. Der 31-jährige Pole, derzeit die Nummer 139 der Weltrangliste, soll im Achtelfinale beim ATP-Challenger in Guadalajara (Mexiko) abgeschenkt („tanking“) haben. Bei 4:6,-3:5-Rückstand gegenMarcelo Arevalozeigte Przysiezny nicht mehr den allergrößten Einsatz. Ob der Pole gegen die „Best-Effort-Rule“ verstoßen hat und dafür bestraft werden sollte, ist schwer zu sagen. Die Regel ist eine Grauzone auf der ATP-Tour. Nur beim letzten Punkt ist eine klare Absicht zu erkennen.

Przysiezny ist aber damit kein Einzelfall. Immer wieder sieht man Spieler, die anscheinend nicht den besten Einsatz zeigen und Punkte, gerade kurz vor dem Matchverlust, mit Absicht verloren geben. Eine Bestrafung tritt nur selten ein bzw. wird gar nicht erst bekanntgegeben. Dennoch gibt es einige prominente Fälle.Roger Federerwurde nach der Achtelfinalniederlage in Dubai gegenRainer Schüttlerim Jahr 2002 beschuldigt, nicht sein Bestes gegeben zu haben. Auch bei einem Satellite-Turnier im Jahr 1998 bekam der Schweizer diese Regelauslegung zu spüren.Marat Safinmusste nach seiner Auftaktniederlage bei den Australian Open 2000 gegenGrant Stafford2000 US-Dollar bezahlen.Nikolay Davydenkobekam 2007 bei seinem Heimturnier in St. Petersburg im Match gegenMarin Cilicnach einem Doppelfehler eine Verwarnung, weil er nicht den besten Einsatz gezeigt haben soll. Davydenko kassierte nach dem verlorenen Match eine Strafe von 2000 US-Dollar.

(Text: cab)

von tennisnet.com

Dienstag
28.04.2015, 12:10 Uhr