ATP Challenger Madrid: Rassismus-Eklat - Zuschauer festgenommen
Jordaniens Tennis-Hoffnung Abdullah Shelbayh meldet Beleidigungen beim ATP-Challenger-Turnier in Spaniens Hauptstadt. Die Polizei griff ein – ein Zuschauer wurde laut Berichten sogar abgeführt.
von Stefan Bergmann
zuletzt bearbeitet:
09.04.2026, 20:10 Uhr

Beim ATP-Challenger-75-Turnier in Madrid ist es zu einem ernsthaften Zwischenfall gekommen: Abdullah Shelbayh hat während seines Matches rassistische Beleidigungen aus dem Publikum gemeldet. Der Jordanier unterbrach daraufhin die Partie gegen Zsombor Piros aus Ungarn und forderte den Schiedsrichter auf, gegen die betreffenden Zuschauer vorzugehen.
Die Szene spielte sich im dritten Satz ab, als Shelbayh sichtlich aufgebracht zum Umpire ging und lautstark verlangte, einzelne Personen aus der Anlage zu entfernen. Medienberichten zufolge soll eine Gruppe von Zuschauern ihn beleidigt und dabei auch politische Bezüge hergestellt haben – unter anderem mit Verweisen auf Benjamin Netanyahu. Offiziell bestätigt wurde der genaue Wortlaut der Aussagen allerdings bislang nicht.
Sport gerät in den Hintergrund
Die Turnierleitung reagierte umgehend und zog die Polizei hinzu. Während zunächst lediglich von Identifizierungen die Rede war, verdichteten sich später die Berichte, dass die Situation weiter eskalierte: Demnach wurde mindestens ein Zuschauer in Gewahrsam genommen. Insgesamt sollen mehrere Personen kontrolliert worden sein, nachdem Shelbayh auf ein Eingreifen der Behörden bestanden hatte.
Sportlich geriet die Partie danach in den Hintergrund – Shelbayh verlor das Match schließlich mit 1:6, 6:2, 1:6. Die Veranstalter verurteilten die Vorfälle deutlich und betonten, dass man alles daran setze, den Spielern ein sicheres Umfeld zu bieten.
