ATP Challenger Monza: Tennisfieber im Schatten der Villa Reale
Monte-Carlo oder Monza – egal, Hauptsache wieder Sandplatztennis. So könnte das Motte in dieser Woche lauten. Denn während im Fürstentum von Monaco das erste ATP Masters 1000 des Jahres auf Asche bestritten wird, tummeln sich lediglich rund 250 Kilometer Luftlinie weiter nordöstlich die Cracks der Challenger Tour, um in der drittgrößten Stadt der Lombardei um wertvolle Ranglistenpunkte zu kämpfen.
von Florian Heer aus Monza
zuletzt bearbeitet:
08.04.2026, 10:37 Uhr

Rein stimmungstechnisch stehen die Monza Open dem Monte-Carlo Masters kaum nach. Bereits ab der ersten Runde sorgten eine Vielzahl von Zuschauern für volle Ränge im Villa Reale Tennisclub. Die kompakte und eigens mit mobilen Tribünen ausgestattete eng gebaute Anlage liegt inmitten eines der größten Stadtparks Europas, der Ende des 18. Jh. zusammen mit der Gartenresidenz Villa Reale unter Erzherzog Ferdinand von Österreich angelegt wurde und sich über mehrere Kilometer erstreckt.
Die Wege zwischen den Courts sind schmal. Dadurch entsteht eine intensive, fast schon gedrängte Atmosphäre, bei der jeder Ballwechsel unmittelbar spürbar ist und die Stimmung von Platz zu Platz getragen wird. Ein Teil des Stadtparks wird auch für das Tournament Village genutzt, wo man sich in schattigen Plätzchen auf ein Getränk niederlassen kann - und wer möchte, kann hier auch selbst zum Schläger greifen. Im nördlichen Teils der Grünanlage findet sich im Übrigen auch der legendäre Rennparcours „Autodromo Nazionale Monza“, die schnellste Rennstrecke Europas.
Aber vom „Temple of Speed“ zurück auf die rote Asche. Denn auch die Tennisfans kommen in dieser Woche voll auf ihre Kosten. Mit dem Belgier Raphael Collignon, Valentin Royer aus Frankreich und Mattia Bellucci aus Italien sind drei Top 100 Spieler am Start. Alle haben bereits den Sprung in die zweite Runde geschafft.
Die Monza Open werden in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal ausgetragen. Zwischen 2013 und 2024 legte das Event allerdings eine größere Pause ein. Davor fanden sich mit dem Österreicher Werner Eschauer (2007) und den deutschen Daniel Brands (2010) und Julian Reister (2011) auch deutschsprachige Spieler in der Siegerliste.
Collignon stürmt zurück ins Rampenlicht der Monza Open
Collignon kehrt in dieser Woche als der Titelverteidiger zurück. Dabei hätte der Weltranglisten-65. auch in Monte-Carlo antreten können. „Ich mag die Leute und die Atmosphäre hier in Italien. Man isst auch sehr gut, was wichtig ist. Das Wetter ist schön und die Plätze sind in einem ausgezeichneten Zustand“, gab Collignon im Anschluss an seinen Erstrundenerfolg über den Australier Christopher O’Connell zu Protokoll.
„Ich kehre sehr gerne an die Orte zurück, an denen ich bereits erfolgreich war und mich wohl fühle. Das ist hier der Fall. Das Hotel liegt etwas abseits und man kann sich gut auf das Tennis konzentrieren. Auf der anderen Seite ist Monza nur unweit von Mailand entfernt und man ist recht schnell dort. Es ist insgesamt eine tolle Mischung hier.“
Auch der spanische Youngster Martin Landaluce zeigte sich nach seinem erfolgreichen Turnierdebut über den Italiener Federico Arnaboldi begeistert: „Es herrschte eine großartige Atmosphäre auf dem Platz, auch wenn ich heute manchmal gegen das Publikum gespielt habe. Das ist aber gegen einen Lokalmatadoren normal,“ stellte die Nummer vier der Setzliste augenzwinkernd fest und fügte hinzu. „Es kann hier gerne so weitergehen.“
