Weil Gegner zu laut stöhnte – Robin Haase platzt die Geduld

Der zweifache Kitzbühel-Champion sorgt bei einem Challenger-Turnier für eine überaus kuriose Szenerie.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 01.06.2016, 02:17 Uhr

Robin Haase

Nach der Verhaftung seines vorherigen Trainers, Mark de Jong, wegen Mordverdachts vom 4. März fällt es Robin Haase derzeit wohl etwas schwerer, sich ausschließlich aufs Tennisspielen zu fokussieren. Auch nicht wirklich leichter hat ihm dies zudem sein Erstrunden-Gegner beim ATP-Challenger in Prostejov (Tschechien) gemacht. Bei seiner 3:6,-3:6-Niederlage gegen den Chilenen Gonzalo Lama am Dienstag hatte der Niederländer nämlich nicht nur mit dem Spiel, sondern noch vielmehr mit dem Stöhnen des Südamerikaners seine Probleme.

Stöhnen imitiert, Punkt verloren

Als sein Kontrahent beim Stande von 3:6, 2:1 und Spielball bei dessen Aufschlag nach Haases Geschmack wieder mal zu lautstark ans Werk ging, platzte ihm mittendrin im Ballwechsel die Geduld. Der 29-Jährige legte seine ganze Stimmgewalt in den nächsten Rückhand-Schlag und machte das Gestöhne von Lama nach. Dass der Stuhlschiedsrichter sogleich auf "Hinderance" (Stören des Gegners) und Punktverlust von Haase entschied, stieß diesem mindestens genauso sauer auf wie Lama wohl diese Imitation seiner Spielgeräusche.

Haase äußerte gegenüber dem Spielleiter Unverständnis, warum Lama das Stöhnen erlaubt sei und ihm selbst nicht. Wenngleich doch erwähnt sein muss, dass die vom "Oranje" verursachte Geräuschkulisse eine mutwillige Behinderung seines Gegners darstellte, während der 23 Jahre alte Chilene konstant in dieser Lautstärke operierte - wenn auch in einer in der Tat nur schwer erträglichen. Die Folgen der wenig intensiven Bemühungen der Tennisorganisationen, dem so lauten Gestöhne Einhalt zu gebieten, äußern sich eben in Streitfällen wie diesem.

Ein Haase mag es gerne leise

Dass Haase auf einem Tennisplatz auf solch aufsehenerregende Art und Weise versucht, seine unmittelbare Umgebung ruhigzustellen, das ist übrigens nicht das erste Mal. Bei seinem ATP-Heimturnier in 's-Hertogenbosch 2013 hatte sich der zweifache ATP-Titelträger damals durch Musik von den Publikumsrängen in seiner Konzentration gestört gefühlt - und sein Missfallen unüberhörbar festgehalten.

Dieser entnervte Schrei Haases von vor knapp drei Jahren entwickelte sich darauf übrigens zu einem kleinen Internet-Hit, der Mann aus Den Haag musste im World Wide Web doch einigen Spott auf sich nehmen. Und so etwa finden sich auf der Plattform YouTube weitere Videos zu diesem Vorfall, eines davon in einer "Tiroler Version" mit typisch ländlicher Musik unterlegt, Haases Wutschrei dabei vortrefflich untermalend. Gute Unterhaltung!

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Mittwoch
01.06.2016, 02:17 Uhr