ATP-Challenger Tulln: Lukas Neumayer scheitert im Halbfinale

Lukas Neumayer musste sich am Freitag im Viertelfinale des ATP-Challenger-Turniers in Tulln dem Brasilianer Joao Lucas Reis da Silva nach einem über weite Strecken ausgeglichenen Match mit 6:7, 4:6 geschlagen geben. 

von PM
zuletzt bearbeitet: 11.09.2026, 20:16 Uhr

Lukas Neumayer ist in Tulln im Halbfinale gescheitert
© Manfred Binder
Lukas Neumayer ist in Tulln im Halbfinale gescheitert

Lukas Neumayer hielt gegen Joao Lucas Reis da Silva von Beginn an gut dagegen und präsentierte sich bei eigenem Aufschlag solide. Im ersten Satz entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe, in der bis zum Tiebreak kein Spieler entscheidend davonziehen konnte. Auch dort blieb alles bis zum Stand von 4:4 offen, ehe das Momentum auf die Seite des Brasilianers kippte und dieser den ersten Durchgang für sich entschied.

Im zweiten Satz erwischte Neumayer zunächst den besseren Start und schaffte das frühe Break zum 3:1. Reis da Silva antwortete jedoch umgehend mit dem Rebreak und nahm dem Salzburger unmittelbar danach erneut den Aufschlag ab. Neumayer musste fortan einem Rückstand nachlaufen, den der Brasilianer nicht mehr aus der Hand gab. „Es war sicher ein richtig gutes Tennismatch, auch von mir. Aber ich muss sagen, dass er richtig gut gespielt und es mir mit seinen starken Returns extrem schwer gemacht hat. Dadurch war ich oft sehr schnell in der Defensive“, analysierte Neumayer. „Natürlich hätte ich mir ein bisschen mehr erhofft. Trotzdem hatte ich hier drei Matches, teilweise auf richtig gutem Niveau, und habe wieder Spielpraxis gesammelt. Darauf kann ich aufbauen und einiges für den Davis Cup mitnehmen.“

Der Brasilianer zeigte sich nach seinem Viertelfinalerfolg entsprechend zufrieden: „Ich habe mich heute sehr gut gefühlt, war aggressiv und gleichzeitig solide. Der Tiebreak war sehr eng, aber ich konnte ihn für mich entscheiden. Jetzt möchte ich den Moment genießen und morgen versuchen, wieder genauso gut zu spielen.“

Für den 24-jährigen Neumayer geht es nun zurück nach Salzburg, wo am Sonntag noch das Bundesliga-Finale auf dem Programm stehen könnte. Ab Montag richtet sich der volle Fokus auf das Davis-Cup-Duell mit Belgien am 18. und 19. September in Wien.

Barrena dreht Krimi gegen Kolar

Einen echten Viertelfinal-Krimi lieferten sich Zdenek Kolar (CZE) und Alex Barrena (ARG). Nach 2:46 Stunden setzte sich der Argentinier mit 6:7, 7:5, 7:5 durch und sicherte sich damit das Ticket für das Halbfinale.

Dabei stand Kolar bereits unmittelbar vor dem Sieg. Beim Stand von 5:4 im dritten Satz erspielte sich der Tscheche beim Aufschlag des Argentiniers einige Matchbälle, die jedoch ungenutzt blieben. Daraufhin schaffte Barrena im darauffolgenden Game doch noch das entscheidende Break und jubelte über den am Ende verdienten Sieg.

„Es war ein richtig hartes Match. Ich habe sehr gut gespielt, aber auch er hat ein starkes Match gezeigt. Ich musste Matchbälle abwehren und bin natürlich unglaublich glücklich, dass ich die Partie noch drehen konnte. Jetzt liegt der Fokus aber schon auf morgen“, erklärte Barrena.

Im Halbfinale wartet nun Neumayer-Bezwinger Joao Lucas Reis da Silva. Für Barrena ist der Brasilianer kein Unbekannter: „Wir haben schon einige Male gegeneinander gespielt und unsere Matches waren immer eng. Ich erwarte wieder einen richtig guten Fight.“

Brunold hält an seiner „Road to Sunday“ fest

Mika Brunold setzt seinen beeindruckenden Lauf bei den NÖ Open powered by EVN fort. Der Schweizer Qualifikant ließ dem als Nummer zwei gesetzten Brasilianer Gustavo Heide beim 6:2, 6:1 am Center Court keine Chance und zog mit einer Machtdemonstration ins Semifinale ein. Damit hält der Weltranglisten-410. weiter an seiner persönlichen „Road to Sunday“ fest, die er bereits nach seinem ersten Qualifikationsmatch als Ziel ausgegeben hatte.

„Ich weiß, dass ich dieses Level spielen kann. Aber es ist etwas anderes, das auch auf den Platz zu bringen. Das Ergebnis war klar, trotzdem wusste ich, dass das Match jederzeit kippen kann. Deshalb wollte ich bei jedem Punkt fokussiert bleiben“, erklärte Brunold, der seinen Erfolg keineswegs als Überraschung sieht: „Ich habe schon nach der ersten Qualifikationsrunde gesagt, dass mein Ziel ist, am Sonntag abzureisen.“ Vor dem Semifinale gegen Vitaliy Sachko (UKR) heißt es nun regenerieren – unter anderem bei einer Runde Billard  mit seinem Trainer – und anschließend wieder volle Konzentration auf die bevorstehende Partie am Samstag.

Sachko ringt Soto in drei Sätzen nieder

Im Semifinale wartet Vitaliy Sachko auf Brunold. Der Ukrainer setzte sich in einem wechselhaften Viertelfinale gegen Matias Soto (CHI) mit 6:3, 1:6, 6:2 durch. Nach gewonnenem ersten Satz geriet Sachko im zweiten Durchgang früh in Rückstand und konzentrierte sich darauf, Kräfte für die Entscheidung zu sparen. Im dritten Satz übernahm er wieder das Kommando.

„Der Beginn des dritten Satzes war schwierig, aber über den gesamten Satz hatte ich das Gefühl, dass ich das Spiel bestimme und in praktisch jedem Game meine Chancen bekomme. Ich bin sehr zufrieden damit, wie ich den dritten Satz gespielt habe“, erklärte Sachko. Vor dem Duell mit Brunold richtet auch er den Blick vor allem auf sich selbst: „Mika hat hier schon viele Matches gespielt und spielt offensichtlich sehr gut. Ich muss mich auf mein eigenes Spiel konzentrieren und mich bestmöglich vorbereiten.“

von PM

Freitag
11.09.2026, 20:16 Uhr
zuletzt bearbeitet: 11.09.2026, 20:16 Uhr