ATP: Die sieben größten Überraschungen der bisherigen Saison 2020

Die Saison 2020 hatte bereits einige faustdicke Überraschungen auf der ATP-Tour parat. Wir nutzen die Zwangspause, um einen Blick auf die (für uns) größten Sensationen des noch jungen Tennisjahres 2020 zu werfen. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 14.03.2020, 22:48 Uhr

Auch Dominic Thiem findet sich auf der Liste der größten Überraschungen des bisherigen Tennisjahres wieder.
Auch Dominic Thiem findet sich auf der Liste der größten Überraschungen des bisherigen Tennisjahres wieder.

Platz 7: Aljaz Bedene schlägt Stefanos Tsitsipas

Mit Stefanos Tsitsipas ist es ein gestandener Top-10-Spieler, der als Erster in dieser Liste auftaucht. Der amtierende ATP-Weltmeister leistete sich nämlich im Achtelfinale des ATP-500-Events in Rotterdam einen gehörigen Ausrutscher. Nach einem etwas wackeligen Erstrundensieg über Hubert Hurkacz sollte Tsitsipas auf den Slowenen Aljaz Bedene treffen.  Aljaz Bedene, bisher nur wenige Wochen innerhalb der Top-50 der Weltrangliste zu finden gewesen, behielt in den entscheidenden Momenten die Oberhand und nahm Tsitsipas mit 7:5 und 6:4 aus dem Turnier. Was diese Überraschung im nachhinein noch größer macht, ist dass Tsitsipas in den darauf folgenden beiden Turnieren nur ein einziges Spiel verlieren geben musste - im Finale von Dubai, gegen Novak Djokovic. 

Platz 6: Alexander Zverev unterliegt Tommy Paul klar

Hätte man diese Liste nach dem ATP Cup zum Start ins Jahr angefertigt, so hätte Alexander Zverev mit dieser Niederlage wohl kaum Platz darauf gefunden. Doch die deutsche Nummer eins fing sich in beeindruckender Manier, schaffte bei den Australian Open gar den Sprung ins Halbfinale, in dem er denkbar knapp an Dominic Thiem scheitern sollte. Danach gönnte sich Zverev einige Tage Pause, kehrte erst in Acapulco wieder auf die Tour zurück. Und eben hier setzte es einen erneuten Rückschlag auf Alexander Zverevs Achterbahnfahrt. In Runde zwei musste der Deutsche nämlich recht chancenlos mitansehen, wie sich der Amerikaner Tommy Paul, Nummer 66 der Weltrangliste, in zwei Sätzen durchsetzte. 

Platz 5: Daniil Medvedev geht gegen Gilles Simon unter

Das Wort, das Daniil Medvedevs Leistungen im Herbst des Vorjahres am besten beschreibt, lautet wohl "Konstanz". Der junge Russe leistete sich gegen schlechter gereihte Spieler aber auch gar keinen Umfaller, brillierte mit seinem sicheren Spiel und holte sich gleich zwei ATP-Masters-1000-Titel. Auch der Start ins Jahr 2020 verlief für Medvedev standesgemäß, beim ATP Cup war es lediglich Novak Djokovic, der den Russen bezwingen konnte. Die Folge: Weltranglisten-Platz vier zum Start in die Australian Open. Zu diesem Zeitpunkt schien es schwer vorstellbar, dass Medvedev ein knappes Monat später gegen Gilles Simon mit 4:6 und 0:6 unterging. Zwar war es für den Russen die dritte Niederlage im dritten Aufeinandertreffen mit Simon, Weltrangliste und Formkurve sprachen im Vorfeld aber doch eine eindeutige Sprache. 

Platz 4: Jack Sock kann ein ATP-Match gewinnen 

Es war eine ewig lange Durststrecke, die Jack Sock seit 2019 quälte. Es war nämlich beim ATP-Masters-1000-Event in Paris im Jahre 2018, als der Amerikaner sein letztes Spiel auf der ATP-Tour gewinnen sollte. Dass es in Delray Beach dann gleich gegen den Titelverteidiger Radu Albot wieder klappen sollte, mit dem Gewinnen für Jack Sock, ist nicht nur eine faustdicke Überraschung - es hat sich auch einen Platz auf unserer Liste verdient. 

Platz 3: Thiago Seyboth Wild triumphiert in Santiago 

Im Vergleich zu unserem Zweitplatzierten ist Thiago Seyboth Wild ja nahezu ein Routinier. Aber auch der Brasilianer durfte erst einen runden Geburtstag feiern, ist aktuell 19 Jahre jung. Und auch er gab in Rio eine erste ganz große Talentprobe ab, als er in Runde eins Alejandro Davidovich Fokina niederrang und im Achtelfinale nahezu Turniermitfavoriten Borna Coric aus dem Bewerb nahm. Es sind aber nicht die Auftritte Seyboth WIlds in Rio, die ihm den Platz auf dieser Liste einbringen. Nein, es ist das, was ihm eine Woche später im Westen Südamerikas gelingen sollte. Seyboth Wild stürmte in Santiago in sein erstes ATP-Tour-Finale, welches er auch gleich gewinnen sollte. Auf dem Weg zu seinem ersten Titel konnte der Brasilianer mit Casper Ruud und Cristian Garin gleich zwei Sandplatz-Tour-Sieger aus 2020 ausschalten. 

Platz 2: 16-Jähriger Carlos Alcaraz schlägt Albert Ramos-Vinolas

Beim ATP-500-Event in Rio de Janeiro befand sich ein besonders junger Mann unter jenen Spielern, die sich über eine Wildcard für das Hauptfeld freuen durften. Für Carlos Alcaraz war dies der erste Auftritt im Main Draw auf der ATP-Tour - und das ist auch wenig verwunderlich. Denn Carlos Alcaraz ist im Jahr 2003 geboren - und war zu diesem Zeitpunkt zarte 16 Jahre jung. So war die Ausgangslage in seinem Erstrundenspiel recht eindeutig, sollte ihm doch mit Albert Ramos-Vinolas ein gestandener Top-50-Spieler gegenüberstehen. Als nach über dreieinhalb Stunden aber Carlos Alcaraz den Platz siegreich verließ, da war der Aufschrei in der Tenniswelt groß, von einem "Wunderkind" war schon bald die Rede. In Runde zwei sollte für Alcaraz zwar das Aus kommen, auf unserer Liste hat er sich mit diesem makellosen Einstand auf der ATP-Tour den zweiten Platz mehr als redlich verdient. 

Platz 1: Gianluca Mager schlägt Dominic Thiem in zwei Sätzen

Den aus österreichischer Sicht schmerzhaftesten Platz auf dieser Liste nimmt Gianluca Mager ein. Beim bisher letzten Auftritt des Weltranglisten-Dritten, Dominic Thiem, war er es nämlich, der dem Österreicher eine so bittere Viertelfinalniederlage zufügte. Thiem, als haushoher Favorit zum ATP-500-Turnier in Rio de Janerio angereist, war von Anfang an nicht in Fahrt gekommen, hatte die ersten beiden Runden aber mit viel Bauchweh überstehen können. Auch in seinem Viertelfinalmatch war die Favoritenlage eine eindeutige: Gianluca Mager rangierte zu diesem Zeitpunkt auf Platz 128 der ATP-Weltrangliste, hatte bis dato kaum nennenswerte Ergebnisse auf der ATP-Tour vorzuweisen. Doch Gianluca Mager präsentierte sich in diesem Match bärenstark, kontrollierte das Spielgeschehen und machte nach etwas mehr als zwei Stunden den 7:6 (4) und 7:5-Sieg perfekt. Nicht nur die beeindruckende Form, die Dominic Thiem seit den Australian Open zeigte, auch der Umstand, dass dieses Match auf seinem Lieblingsuntergrund Sand gespielt wurde, macht dieses Spiel zu unserer verdienten Nummer eins.

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