Marcelo Melo mit Lukasz Kubot zum Wien-Titel und zur Nummer 1 der Welt

Marcelo Melo und Lukasz Kubot triumphieren bei den Erste Bank Open 500 in Wien in diesem Jahr im Doppel.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 25.10.2015, 14:03 Uhr

Von Manuel Wachta aus der Wiener Stadthalle

Im Vorjahr hatteAndy Murraybeim ATP-Turnier in der Wiener Stadthalle triumphiert, heuer hatteJamie Murrayebenfalls die Chance darauf. Daraus wurde aber nichts: Der ältere Bruder des schottischen Tennisstars hat bei den Erste Bank Open 500 am heutigen Sonntag zu Mittag das Finale im Doppel verloren. Marcelo Melo und Lukasz Kubot kürten sich in der abermalig sehr gut gefüllten Halle zu den Champions dieses 2015 erstmals in der ATP-World-Tour-500-Kategorie ausgetragenen Events. Der Brasilianer und der Pole, die ungesetzt waren, schlugen den Linkshänder Murray und den AustralierJohn Peers, gemeinsam zweitgereiht, nach knapp 1:33 Stunden Spielzeit mit 4:6, 7:6 (3), 10:6.

Bryans nach über 3 Jahren an der Spitze abgelöst

Für Kubot ist es der 13. ATP-Doppeltitel, sein dritter bei einem World-Tour-500-Turnier nach Acapulco 2010 und 2013. Melo darf sich über den 18. ATP-Doppel-Siegespokal freuen – erst vor 14 Tagen hatte er in Tokio seinen ersten in dieser Kategorie gefeiert – und vor allem über noch eine weitere ganz besondere Errungenschaft. Denn der 32-Jährige wird am 2. November erstmals die Nummer eins in der Doppel-Weltrangliste.Bob, der dieser Tage zum dritten Mal Vater wird, undMike Bryanfällt an dem Tag nämlich der Vorjahressieg beim ATP-Masters-1000-Event in Paris-Bercy aus der Wertung. Die beiden US-Zwillingsbrüder, zusammen 16-malige Grand-Slam-Gewinner, hatten das ATP-Doppelranking seit dem 10. September 2012 durchgehend unter ihrer Kontrolle gehabt.

Kubot/Melo drehen Endspiel zu ihren Gunsten

Melo war über Platz drei der Doppel-Weltrangliste bis dato noch nicht hinausgekommen, nun wird er der 47. Spitzenreiter in der Tennisgeschichte. Das wäre auch ohne Finalerfolg passiert – nach dem es zunächst gar nicht aussah. Murray/Peers, in diesem JahrWimbledon-undUS-Open-Finalisten, verwerteten beim dritten Spiel die einzige Breakchance im ersten Durchgang und nahmen Kubot/Melo im zweiten nach 40:0 noch das Service zum 3:2 ab. Die Führung mit Satz und Break hielt bloß bis 4:3, als Murray/Peers zwei Spielbälle zum 5:3 vergaben und den Ausgleich zum 4:4 hinnehmen mussten. Kubot/Melo setzten sich im Tiebreak durch, eilten im Anschluss auch im Match Tiebreak von 1:3 auf 5:3 davon und ließen sich diese Führung nicht mehr nehmen. Die beiden sicherten sich damit 500 ATP-Punkte und je 62.250 Euro Preisgeld. Murray/Peers, die trotz ihrer bisher größten Erfolge nach dieser Saison getrennte Wege gehen, müssen sich mit je 300 Zählern und 28.195 Euro trösten.

Melo: „Eine Menge Druck auf meinen Schultern gelastest“

Melo ist der zweite brasilianische Wien-Triumphator, nachRicardo Aciolyim Jahr 1986. „Ich lebe den Traum: 500 ATP-Punkte gewinnen, 1000 und jetzt wieder 500“, spielte er an auf den von ihm somit geschafften Hattrick. In den zwei Wochen zuvor hatte er mit dem SüdafrikanerRaven Klaasenin Tokio und Shanghai gewonnen und ist seit nun zwölf Partien ungeschlagen. „Da ist eine Menge Druck auf meinen Schultern gelastest, die Nummer eins zu werden, das ist eine schwierige Errungenschaft. Ich bin ein richtig glücklicher Kerl, die Nummer eins zu sein, während die Bryans immer noch dabei sind.“ Auch Kubot hatte Grund, zu strahlen: „Es ist ein unglaubliches Gefühl, nach einer Operation im Mai und der Entscheidung, mich nur noch aufs Doppel zu konzentrieren. Ich konnte dieses Jahr keinen festen Doppelpartner finden, nachdem ich zurückgekehrt bin. Daher bin ich sehr glücklich, eines meiner Lieblingsturniere gewonnen zu haben“ – ein zweites Mal nach 2009, damals mit dem ÖsterreicherOliver Marach. „Unsere Gegner hatten alles unter Kontrolle, aber wir haben unsere Chance wahrgenommen – und den letzten Punkt gewonnen“, analysierte Kubot.

Hier die Ergebnisse aus Wien:Einzel,Doppel,Einzel-Qualifikation,Doppel-Qualifikation.

Hier der Spielplan.

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Sonntag
25.10.2015, 14:03 Uhr