Marcus Willis – Immerhin mit Matchpraxis in die „Tie Break Tens”

Für den Briten kommt in der Qualifikation schon im ersten Spiel das Aus.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 22.10.2016, 00:00 Uhr

VIENNA,AUSTRIA,22.OCT.16 - TENNIS - ATP World Tour, Erste Bank Open, qualification. Image shows Marcus Willis (GBR). Photo: GEPA pictures/ Walter Luger

Der Tennis-Brite als solcher - er scheint ein großes Mitteilungsbedürfnis auf dem Court zu besitzen. Andy Murrays kontinuierliche Gesprächsführung mit sich, seiner Box, womöglich auch den Tennisgöttern ist Legende. Und auch Landsmann Marcus Willis, im Sommer in Wimbledon zu unerwartetem Ruhm und einem Meeting mit Roger Federerauf dem Centre Court gekommen, versucht im Gespräch zu bleiben. Der innere Monolog findet möglicherweise statt, Willis parliert indes auch mit den Balljungen ("Dankeschoen!"), dem Stuhlschiedsrichter und seiner Verlobten Jennifer Bate, die in den magischen Wimbledon-Tagen von der britischen Boulevard-Presse freundlich besprochen wurde.

Radu Albot heißt der erste professionelle Gegner von Marcus Willis seit der Dreisatz-Niederlage gegen den Schweizer Maestro auf der allerhöchsten Profi-Ebene, zu stark für den 26-Jährigen, der sich mit einem 3:6, 7:6 (9) und 4:6 aus dem Qualifikations-Turnier verabschiedet. Günter Bresnik, der an diesem Samstag mit Wimbledon-Junioren-Sieger Denis Shapovalov in die Stadthalle gekommen ist, attestiert Willis, ein guter Spieler zu sein. Ein guter Spieler allerdings mit athletischen Schwächen: Bereits Mitte des zweiten Satzes signalisiert Willis in seine Box, dass die Luft schön langsam dünn wird.

Ein Freund des Unterschnitts

Willis und Bates sind erst am Samstagmorgen erstmals auf die Anlage gekommen, der im Moment an Position 498 der Weltrangliste geführte Marcus hat wenig Möglichkeiten, sich mit dem Geläuf in Wien vertraut zu machen. Dominic Thiem hat dieses als weder zu langsam noch als zu schnell eingeordnet, Willis wäre Letzteres qua Spielanlage wohl deutlich lieber. Der Brite setzt den Slice mit Freude ein, auch mit der Vorhand, auch in Situationen, in denen er nicht in Not ist. Auf Rasen ein höchst wirkungsvolles Stilelement, in der Wiener Halle nicht genug für Albot.

Immerhin: Marcus Willis ist der einzige Teilnehmer sein, der in das "Tie Break Tens"-Turnier am Sonntagabend mit Spielpraxis unter den Bedingungen 2016 gehen wird. 250.000 US-Dollar sind ausgelobt, Willis misst sich in einer Gruppe mit Goran Ivanisevic und Andy Murray. Der zweite Gruppenplatz erlaubt den Einzug in das Halbfinale, zwei Siege später könnte Willis sein Karriere-Preisgeld mehr als verdoppelt haben. Der Konjunktiv ist angebracht, immerhin starten auch Dominic Thiem, Tommy Haas und Jo-Wilfried Tsonga in das Kurzentscheidungs-Festival. Aber alleine die verbale Begleitmusik von Murray und Willis werden das Eintrittsgeld allemal wert sein.

von Jens Huiber

Samstag
22.10.2016, 00:00 Uhr