1. Generali Open Tennis Talk – „Der Sport muss für alle zugänglich sein“

Nebenher warteten die Veranstalter mit der Bekanntgabe eines weiteren Top-Spielers auf: Titelverteidiger Philipp Kohlschreiber.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 21.05.2016, 09:09 Uhr

Wolfgang Thiem - Alexander Antonitsch

Beim 1. Generali Open Tennis Talk in Kitzbühel drehte sich knapp 60 Tage, bevor in Kitzbühel mit den Generali Open das größte Sandplatzturnier Österreichs in seine 72. Auflage startet, alles um die Jugendförderung im Tennissport. Wolfgang Thiem, Andreas Haider-Maurer , sein Trainer Daniel Huber , Alexander Antonitsch und Turnierveranstalter Herbert Günther lieferten sich eine angeregte Diskussion. Gute Neuigkeiten konnten auch von den Generali Open Kitzbühel verkündet werden.

Huber: "Wichtig sind Trainer, die mit Leidenschaft arbeiten"

Was erwartet Eltern, deren Kinder im Leistungsbereich Tennis spielen, wie können es Tiroler Kids ganz nach oben schaffen und was bedeutet der Tennis-Boom für die Generali Open Kitzbühel? Just während sich Dominic Thiem ins Halbfinale von Nizza spielte, referierte sein Vater über den schwierigen Weg, von Österreich aus in die Tennis-Weltspitze zu gelangen und freute sich über den "in-thiemen" Rahmen, in dem er seine Erfahrungen an die vielen interessierten Eltern weitergeben konnte: "Es waren ein paar spannende Ansätze dabei. Entscheidend ist, Informationen weiterzugeben, die es Eltern vielleicht leichter machen, wenn es um die Wahl des Trainers geht, oder um generell eine Vorstellung davon zu bekommen, wie eine Nachwuchsförderung ausschauen könnte. Der Sport muss für alle zugänglich sein. Ich würde in Tirol ein oder zwei Landesleistungszentren empfehlen. Dort muss gewährleistet sein, dass die besten Trainer mit den Kindern arbeiten und gewisse Kriterien eingehalten werden", so Wolfgang Thiem.

Die Kräfte im Österreichischen Tennisverband zu bündeln, das ist auch Hubers Credo: "Wichtig sind Trainer, die beim Training nicht auf die Uhr schauen, sondern mit Leidenschaft arbeiten." In dieselbe Kerbe schlug Haider-Maurer: "Man merkt, dass Aufholbedarf da ist, und deshalb macht es Sinn, jene Themen anzusprechen, die noch ausbaufähig sind. Jungen Nachwuchsspielern kann ich nur raten, immer dran zu bleiben. Der Fleiß wird irgendwann belohnt werden."

Antonitsch: "Eltern von talentierten Kindern fehlt roter Faden"

Auch Antonitsch, der beim Talk nicht nur in seiner Rolle als Turnierdirektor, sondern auch als Spielervater und Ex-Profi sprach, zog ein positives Resümee aus der Diskussion: "Es war sehr interessant, sich die unterschiedlichen Perspektiven anzuhören, von einem Profi, der noch aktiv ist, vom Vater eines baldigen Top-Ten-Spielers, von einem Tiroler Trainer, der viele Talente hervorgebracht hat und von mir, als ehemaligem Profi und Papa. Es freut mich, dass der Präsident des Tiroler Tennisverbands, Walter Seidenbusch, da war und wir vielleicht ein paar Anstöße geben konnten. Eltern von talentierten Kindern fehlt ein roter Faden. Es gibt so viele, die mithelfen würden, an einem Konzept zu arbeiten, jetzt gilt es, im Sinne der Jugend und des Sports zusammenzuarbeiten."

Auch Generali-Open-Veranstalter und KTC-Präsident Herbert Günther freute sich über die konstruktive Zusammenkunft: "Wir wollen den derzeitigen Tennisaufwind in Österreich nicht nur für das Turnier nützen, sondern auch unsere Verantwortung zeigen. Deshalb entstand die Idee dieses Talks. Das Thema betrifft viele Eltern, die talentierte Kinder haben und nicht wissen, wie es weitergehen soll."

Mission Titelverteidigung: Kohlschreiber spielt in Kitzbühel

Auch in Sachen Generali Open von 17. bis 23. Juni konnten Herbert Günther und Markus Bodner positive Neuigkeiten verkünden: Der Turnierraster des Generali Open Kitzbühel ist um einen weiteren Top-Spieler reicher. Neben Österreichs Nummer eins Thiem lässt sich auch Deutschlands Tennis-Ass Philipp Kohlschreiber das Traditionsturnier in seiner Wahlheimat Kitzbühel nicht entgehen. Die derzeitige Nummer 26 der Welt nimmt nach dem Sieg im Vorjahr Anlauf zur Mission Titelverteidigung. Nicht nur in Sachen Wohnsitz ist Kitzbühel für Kohlschreiber eine gute Wahl. Spätestens seit seinem Vorjahressieg bei den Generali Open ist die Gamsstadt für Deutschlands Nummer eins im Tennis auch aus sportlicher Sicht beste Adresse. 2016 gibt "Kohli" dem Traditionsturnier in Kitzbühel ein weiteres Mal den Vorzug. Der gebürtige Augsburger lässt Washington, D.C., Umag und Gstaad sausen und spielt vom 17. bis 23. Juli bei den mit 463.520 Euro dotierten Generali Open.

"Philipp ist unser Homeboy, unser Wahl-Kitzbüheler. Ich weiß, wie schwer es heuer auch für die Spieler ist, da aufgrund von Olympia vier Turniere zur selben Zeit stattfinden. Auch andere Veranstalter hätten ihn gerne verpflichtet. Er hat sich für uns entschieden, das freut uns total", erklärte Antonitsch. Nach dem Triumph 2015 wittert Kohlschreiber in diesem Jahr beim ATP-World-Tour-250-Turnier die Chance zur Titelverteidigung - und das zu Recht. Der 32-Jährige ist in Top-Form. Mit einem starken Auftritt kürzlich in München holte sich Kohlschreiber seinen insgesamt siebten Titel auf der Tour. Im Finale traf er dabei ausgerechnet auf Thiem, der sich 2016 ebenfalls den Traum vom Heimsieg in Kitzbühel erfüllen möchte . "Philipp hat Dominic jetzt schon zweimal aus einem Turnier verabschiedet, vielleicht wartet in Kitzbühel die Revanche", so Antonitsch.

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Samstag
21.05.2016, 09:09 Uhr