Die Reaktionen auf Gerald Melzers beeindruckenden Viertelfinal-Einzug

Das sagen Trainer, Konditionscoach, Vater und TV-Experten über die beachtlichen Vorstellungen des 26-Jährigen in Tirol.

von Manuel Wachta
zuletzt bearbeitet: 20.07.2016, 00:00 Uhr

Gerald Melzer

Der Spanier-Doppelpack ist geschafft - und somit sind es auch die ersten zwei Hauptbewerbs-Siege bei einem ATP-Turnier in Österreich. Nach einem 5:7, 7:5, 6:4 über Albert Montanes hat Gerald Melzer bei den Generali Open Kitzbühel am Mittwoch durch ein 6:3, 6:1 gegen Daniel Gimeno-Traverauf beeindruckende Art und Weise das Viertelfinale erreicht. Hier Reaktionen darauf.

Werner Eschauer(Trainer): "Der erste Satz war noch relativ verhalten. Nachdem er den und dieses lange Game bei 2:1 im zweiten Satz gewonnen hat, hat er sich richtig freigespielt - und dann hat er das gezeigt, was er wirklich kann. Zu 100 Prozent fit war er eh nicht. Das ist über die Emotion gegangen, über das Publikum, das hat ihn getragen. Dann hat er angefangen, gut zu spielen, das hilft dir natürlich. Es gibt nichts Schöneres (als dieses Erlebnis; Anmerkung), für das arbeiten wir. Wir haben genug kleinere Turniere gespielt, vor fünf Zuschauern, wo es kein Preisgeld gibt, das Essen schlecht ist. Hier spielen wir daheim, im großen Stadion - was Schöneres gibt es nicht." (Quelle: ORF SPORT+)

Philipp Wessely(Konditionstrainer): "Teilweise krankhaft gutes Tennis. Nach der Turnierserie finde ich, dass das teilweise richtig, richtig gutes Tennis war. Er hat gestern Krämpfe gehabt, das war kein Geheimnis, das hat man gesehen. So wie er sich heute wieder bewegt hat, bin ich sehr happy damit - ich hoffe, er ist auch sehr happy damit." (Quelle: aufgezeichnet)

Rudolf Melzer(Vater), darüber wie emotional diese Partie war: "Sehr emotional, weil ich finde, dass es sich der Gerald endlich verdient hat, auch einmal gut in Österreich zu spielen. Er hat gestern sein erstes ATP-Match in Österreich gewonnen, er hat heute einen draufgelegt. Für mich war es sensationell, was sein spielerisches Können heute anbelangt und sein Potential, das er abgerufen hat."

Ob er etwas Bedenken bezüglich Geralds Fitness gehabt hätte: "Die hatte ich schon. Ich hatte ihn gesehen, wie er am Montag in der Früh nach dem Davis Cup zurückgekommen ist, nichts geschlafen hat, sich um 2 Uhr eingespielt hat, gestern hat er das Match mit Krämpfen beendet, dann ein Eisbad. Und heute war ich wirklich positiv überrascht. Also es dürfte wohl auch die konditionelle Arbeit mit seinem Trainer gut funktionieren." (Quelle: ORF SPORT+)

Clemens Trimmel(Ex-Profi und -Davis-Cup-Kapitän, "ORF"-Experte): "Er hat irgendwie diesen Flow von gestern mitgenommen, Das war natürlich ganz wichtig, jetzt auf heimischem Boden mal diesen ersten Sieg einzufahren. Er war auch spielerisch für mich mindestens noch zwei Klassen besser als gestern, nachdem er seine Führung im zweiten Satz bestätigen konnte, hat er sich in einen wahren Rausch gespielt. Und am Schluss ist Gimeno-Traver dann wirklich verzweifelt. Mich freut es einerseits, dass er diese Partie nicht nur über den Kampf gewonnen hat, denn wir wissen, er ist müde von dem Davis Cup, sondern vor allem auch spielerisch. Er hat mittlerweile vor allem auf den Sandplätzen dieser Welt ein Niveau erreicht, wo er sich die Top 100 mehr als nur verdient hat. Da kann man ihm nur herzlich gratulieren, und wir haben in Österreich wieder einen Top-100-Spieler." (Quelle: ORF SPORT+)

von Manuel Wachta

Mittwoch
20.07.2016, 00:00 Uhr