Trotz irrem Kampf – Gerald Melzer verpasst Finalpremiere

Österreichs Nummer zwei muss sich beim zweiten Halbfinale in den Tiroler Alpen Paolo Lorenzi geschlagen geben.

von Manuel Wachta
zuletzt bearbeitet: 22.07.2016, 00:00 Uhr

Gerald Melzer

Von Manuel Wachta aus Kitzbühel

Durch den Drei-Satz-Erfolg im Bruder-Duell mit Jürgen hatte Gerald Melzer bei den Generali Open Kitzbühel am Donnerstag ein zweites Mal in seiner Karriere nach München im Frühjahr 2015 das Halbfinale eines ATP-Turniers erreicht. Auf eine Finalpremiere muss der 26-Jährige jedoch zumindest vorerst warten: Der Schützling von Werner Eschauer hat beim ATP-World-Tour-250-Sandplatzevent in den Tiroler Bergen das Endspiel verpasst. Der Niederösterreicher (ATP 107) musste sich dem viertgelisteten Paolo Lorenzi (ATP 48) trotz aufopferndem, 2:52-stündigem Kampf mit 6:7 (4), 6:7 (13) geschlagen geben. Der 34-jährige Italiener macht sich am Samstag zu Mittag (nicht vor 13:00 Uhr MESZ, live auf ORF SPORT+, auf tennisnet.com in den Livescores) mit dem Georgier Nikoloz Basilashvili (ATP 123), der als der erste Spieler seines Landes überhaupt in einem ATP-Finale steht, den Titel aus.

4 Satzbälle im ersten Satz verschleudert,…

Nachdem der Center Court am Mittwoch und Donnerstag ausverkauft gewesen war, waren am Freitagnachmittag gemäß Auskunft des Veranstalters diesmal gerade mal noch rund 20 Karten erhältlich. Melzer war also die gewaltige Unterstützung durch das Publikum gewiss – und von diesem angestachelt lag Österreichs aktuelle Nummer zwei zunächst auf tollem Weg Richtung des nächsten Sieges. Zwar hatte Melzer in den ersten Aufschlaggames mehr Mühe und musste bei 1:1 auch die ersten zwei Breakbälle abwehren, ihm glückte dann aber das erste Break zum 4:2, das er nach erneuter Breakball-Abwehr auch zum 5:2 bestätigen konnte. Bei 5:3 und 40:0 war der Satzgewinn zum Greifen nahe, er ließ jedoch alle drei Satzbälle aus und Lorenzi holte sich bei der fünften Chance das Break wieder zurück. Bei 6:5 konnte Melzer schließlich einen weiteren Satzball nicht in die überfällige Satzführung ummünzen.

… 2 Satzbälle im zweiten – Lorenzi nützt 13. Matchball

So kam es dann anders. Lorenzi besann sich immer mehr seinen Defensiv- und Antizipations- Qualitäten, hielt den Ball unglaublich sicher und laufstark im Spiel. Wie es TV-Kommentator Oliver Polzer nur allzu treffend formulierte: „Das ist wie, wenn man gegen eine Ballmaschine spielt. Irgendwann sind die Bälle aus. Aber es dauert.“ Im Tiebreak hatte der Italiener letztlich den längeren Atem. Im zweiten Durchgang kam es bei 3:4 und 15:15 bei Aufschlag Melzer zu einer rund zweistündigen Regenpause, in der Fortsetzung wackelte der Deutsch-Wagramer als Erster. Mit unglaublichem Kampfgeist machte er bei 4:5 sechs Matchbälle zunichte. Das ganz große Drama folgte allerdings erst im neuerlich entscheidenden Tiebreak. Nach zwei weiteren abgewehrten Matchbällen kam Melzer bei 8:7 und 10:9 gar zu zwei Satzbällen, vermochte die Chance, einen dritten Satz zu erzwingen, aber ebenfalls nicht zu verwerten.

Nach nicht weniger als zwölf vereitelten Matchbällen war dann Schluss, beim 13. machte sein routinierter Kontrahent den Sack zu.

Weitere Informationen folgen.

Hier die Ergebnisse aus Kitzbühel:Einzel,Doppel,Einzel-Qualifikation.

Hier der Spielplan.

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