ATP Hamburg: Starker Altmaier ringt Shelton nieder
Daniel Altmaier sorgte beim ATP 500-Turnier in Hamburg im Achtelfinale mit einem Sieg über Ben Shelton für ein Highlight aus deutscher Sicht. Der Kempener bezwang die Nummer zwei der Setzliste in einem sehr ansehnlichen Match mit 4:6 und 7:6 (4) und 6:4 - und das, obwohl Shelton bereits auf das Match servierte.
von Clemens Engert
zuletzt bearbeitet:
19.05.2026, 21:32 Uhr

In der Anfangsphase gab es für die Rückschläger wenig zu holen. Altmaier wackelte als erster und sah sich beim Stand von 2:2 plötzlich mit zwei Breakchancen konfrontiert. Shelton schlug gleich bei der ersten zu und stellte im Anschluss auf 4:2.
Der Deutsche tat seinen Unmut daraufhin mit einem Schlägerwurf kund. Das schien zu helfen, kam Altmaier doch bald danach zu zwei Rebreak-Chancen, von denen er die zweite mit einem sehenswerten Vorhand-Passierball verwertete. Der US-Amerikaner, der insgesamt sehr variabel agierte und auch immer wieder Stopps einstreute, konterte jedoch postwendend und ging abermals mit einem Break 5:4 in Führung. Shelton ließ sich daraufhin die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und servierte sicher aus.
Zu Beginn des zweiten Satzes konnte Altmaier zunächst einen Breakball mutig zunichte machen und auf 1:0 stellen. Es entwickelte sich ein ansehnlicher Schlagabtausch. Der Deutsche erspielte sich beim Stand von 2:1 zwei Chancen auf das Break - der US-Amerikaner hielt mit starken Aufschlägen dagegen.
Shelton kann nicht ausservieren
Bis zum Stand von 4:4 ging es mit dem Service, ehe Shelton sein Niveau noch einmal steigerte und sich drei Breakbälle erspielte. Die Nummer zwei des Turnieres nutzte gleich die erste davon mit einer krachenden Vorhand. Die Zeichen schienen nun klar auf Sieg des US-Amerikaners zu stehen, doch Altmaier schlug noch einmal zurück und holte sich tatsächlich noch das Rebreak.
Es ging in den Tiebreak, wo der Kempener einen Traumstart verzeichnete und mit zwei Minibreaks 3:0 in Führung ging. Der Weltranglisten-Sechste, der es in dieser Phase zunehmend mit Serve-Volley versuchte, bewies jedoch Kämpferqualitäten und glich auf 4:4 aus. Nach einem spektakulären Ballwechsel setzte sich Altmaier schließlich mit 6:4 in Front und nutzte seinen ersten Satzball zum Satzausgleich.
Wie bereits in den ersten beiden Sätzen war es im Entscheidungssatz wieder Shelton, der sich frühe Breakchancen (insgesamt vier) erarbeiten konnte. Der Lokalmatador hielt jedoch bravourös dagegen und glich nach einem wahren Marathon-Game zum 1:1 aus.
Vorentscheidendes Break
Der US-Amerikaner zeigte Wirkung und der nun groß aufspielende Altmaier holte sich mit einem sensationellen Vorhand-Passierball das Break zum 3:2. Zwar verpasste es der Deutsche, bei 4:2 ein weiteres Break nachzulegen - bei eigenem Aufschlag ließ er jedoch nichts mehr anbrennen. Nach einer Spielzeit von zwei Stunden und 51 Minuten nutzte der Lokalmatador seinen ersten Matchball.
Im Viertelfinale trifft Altmaier nun auf den Sieger des Matches zwischen Tommy Paul und Tomas Martin Etcheverry. Das Spiel wurde beim Stand von 1:1 in Sätzen vor Beginn des Entscheidungssatzes wegen Dunkelheit abgebrochen.
Kurz vor Altmaier musste sich Justin Engel aus dem Turnier verabschieden. Der 18-Jährige bot seinem Gegner Ugo Humbert beim 3:6, 6:3, 6:7 (2) allerdings einen großen Kampf.
Mit Yannik Hanfmann hat Deutschland im Einzel noch ein weiteres Eisen im Feuer. Der 34-Jährige trifft am Mittwoch auf Luciano Darderi.
Hier das Einzel-Tableau in Hamburg
