ATP: Hilfe für Dominic Thiem? - Günter Bresnik öffnet die Tür einen Spalt weit

Österreichs wohl auch international bekanntester Tennistrainer Günter Bresnik sinniert in seiner Rubrik "Trainer Box" in den "Salzburger Nachrichten" darüber, was Dominic Thiem möglicherweise für ein erfolgreiches Comeback benötigen würde. Ein Kommentar dazu.

von Stefan Bergmann
zuletzt bearbeitet: 26.03.2024, 14:12 Uhr

© GEPA pictures
Ist eine Zusammenarbeit zwischen Günter Bresnik und Dominic Thiem überhaupt noch möglich?

Seit Tagen wird - zumindest in den sozialen Medien - leidenschaftlich darüber diskutiert, ob eine neuerliche Zusammenarbeit zwischen Dominic Thiem und Günter Bresnik wieder möglich und sinnvoll sein könnte. Der international renommierte Startrainer war höchstverantwortlich für die Erfolge, die der Lichtenwörther in der Vergangenheit einfahren konnte. 2019 erfolgte allerdings die Trennung im Zwist, der seinen Höhepunkt vor Gericht fand und in einem gefühlt ewig langen Rosenkrieg zwischen Bresnik und Thiems Vater Wolfang mündete.

Viel Porzellan wurde damals zerschlagen, Thiem sprach von einer Art Emanzipation, die notwendig für ihn geworden sei. Interessant: Genau die fehlende Emanzipation von seiner Familie, die mittlerweile ein wildgewachsenes Geflecht von Privatem und Beruf durchzieht, wird von Günter Bresnik in seinem aktuellen Kommentar der Rubrik "Trainer Box" in den "Salzburger Nachrichten" als größter Hemmschuh in Thiems Entwicklung herausgestrichen. Womit der Ex-Trainer von Boris Becker und Gael Monfils in eine ähnliche Kerbe schlägt, die sowohl echte als auch Hobby-Experten in den letzten Monaten und Jahren immer wieder aufs Tapet gebracht hatten.

Ehrlichkeit und Offenheit wären notwendig

Im selben Kommentar schreibt Bresnik auch folgenden beachtenswerten Satz: "Fix ist für mich: Wenn Dominic Ja sagt zu einem ernsthaften neuen Anlauf, dann wird er den für ihn richtigen Trainer finden - und kein Trainer, der seinen Beruf mit Leib und Seele ausübt, kann dann Nein sagen." Es ist keinesfalls abwegig diese Formulierung als vorsichtiges Aufeinanderzugehen zu interpretieren, schildert sich der 62-Jährige mit dieser Jobbeschreibung doch selbst außerordentlich treffend.

Keiner - nichteinmal der unreflektierteste und einfältigste Social-Media-Kommentator - kann wirklich wollen, dass Dominic Thiem seine Drohung von letzter Woche wahrmacht und zu Ende der Saison den Schläger an den Nagel hängt. Dafür hat uns der US-Open-Champion von 2020 zu viel Freude mit seinem großen Können bereitet. Und da Bresnik im beachtenswerten Kommentar in der österreichischen Tageszeitung auch wirklich viele andere treffende Analysen zu Tage fördert, die die Misere des aktuell Weltranglisten-90. erklären könnten, wäre es erfrischend, wenn sich die Wogen, die vornehmlich aus eitlen Kränkungen entstanden sein dürften, wieder langsam glätten würden.

Ehrlichkeit und Offenheit wären jedenfalls die Grundbedingungen, um beiderseits wieder aufeinanderzugehen zu können. In diesem Fall ist von allen Thiem-Fans anderes Daumendrücken notwendig - die Wahrheit liegt halt doch nicht nur am Tennisplatz.

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Dienstag
26.03.2024, 15:22 Uhr
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