ATP Madrid: Dominic Thiem besiegt Roger Federer nach Abwehr von zwei Matchbällen

Dominic Thiem steht nach der Abwehr von zwei Matchbällen im Halbfinale des ATP-Masters-1000-Turniers in Madrid. Der Österreicher schlug den Schweizer Roger Federer in einem dramatischen Viertelfinale mit 3:6, 7:6 (11) und 6:4. (Hier gibt es den LIVETICKER nachzulesen).

von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet: 10.05.2019, 19:48 Uhr

Dominic Thiem in Madrid
© Getty Images
Dominic Thiem

von Nikolaus Fink aus Madrid

Mit tosendem Applaus wurden Dominic Thiem und Roger Federer im Estadio Manolo Santana von den knapp 12.500 Zuschauern empfangen. Auch sie wussten: In der Neuauflage des Endspiels von Indian Wells würde mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit hochklassiges Tennis auf den Sandplatz des größten Courts der Anlage gezaubert werden.

Wie auch schon in der kalifornischen Wüste erwischte Federer den deutlich besseren Start und ging schnell mit 3:0 in Führung. Thiem fand zunächst überhaupt nicht zu seinem Spiel, kam mit dem tiefen Rückhandslice des Schweizers gar nicht zurecht und streute vor allem mit der Vorhand extrem.

Federer hingegen zelebrierte sehr ansehnliches Tennis, schlug sensationell gut auf und packte einmal sogar den "SABR" aus. Es entwickelte sich ein Spiel, das von der Länge der Ballwechsel eher an ein Indoor-Match auf einem pfeilschnellen Hartplatz als an eine Partie auf Sand erinnerte. Dies kam naturgemäß Federer zugute, der den ersten Satz nach nicht einmal einer halben Stunde mit 6:3 gewann. Insgesamt gewann Thiem bei Federers Aufschlag im ersten Durchgang nur fünf Punkte.

Thiem vergibt Möglichkeiten

Im zweiten Satz fand der Österreicher zu Beginn zwei Breakbälle vor, Federer wehrte diese aber humorlos ab. Insgesamt war Thiem nach dem Fehlstart nun viel besser in der Partie und feuerte sich nach Punktgewinnen immer wieder selbst an. Dennoch ließ der 25-Jährige beim Stand von 3:2 drei weitere Breakchancen ungenutzt - zwei davon beim zweiten Aufschlag des Maestros.

Das erwartete Spitzentennis blieb weiterhin aus, Thiem war von der Grundlinie überlegen, Federer diktierte die Punkte mit seinem Aufschlag. Die einzig logische Konsequenz war ein Tiebreak, in dem der Weltranglistendritte schnell mit 3:0 in Führung ging. Der Lichtenwörther konterte jedoch ebenfalls mit drei Punktgewinnen in Serie und glich aus.

Dramatischer Tiebreak an Thiem

Thiem hatte weiterhin das Zepter in die Hand und erspielte sich zwei Satzbälle. Diese konnte der Eidgenosse allerdings beide abwehren - einen davon mit einem sensationellen Stopp. Der Österreicher erspielte sich einen weiteren Satzball, ließ diesen jedoch wieder ungenutzt. Es ging hin und her, Thiem wehrte zwei Matchbälle ab, ehe der Lichtenwörther seinen insgesamt sechsten (!) Satzball zum 13:11 nutzte.

Zu Beginn des dritten Durchgangs ließ der Barcelona-Sieger in einem Marathongame eine Breakchance ungenutzt, insgesamt schien Thiem dennoch Oberwasser zu haben. Das bestätigte sich zwei Games später: Thiem sicherte sich dank eines herrlichen Vorhandballs sein erstes Break des Tages.

Thiem im Halbfinale gegen Djokovic

Dieses konnte er anschließend mit größter Mühe und nach Abwehr von zwei Breakbällen bestätigen. In einer immer dramatischer werdenden Partie kam Federer unter großem Jubel der spanischen Fans aber doch noch einmal zurück: Der Schweizer breakte Thiem zum 4:4. Doch der Österreicher antwortete im Stile eines Champions und verwertete seine dritte Breakmöglichkeit mit einem unfassbaren Vorhandreturn.

Anschließend servierte Thiem sicher zum umkämpften 3:6, 7:6 (11) und 6:4-Sieg aus. Im Halbfinale trifft Dominic Thiem am Samstag um 16:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit auf den Weltranglistenersten Novak Djokovic, der seinerseits von einer Aufgabe des Kroaten Marin Cilic profitierte.

Der Liveticker zum Nachlesen

Das Einzel-Tableau der Herren in Madrid

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