Fabio Fognini dreht erneut durch – Schiedsrichter bedroht

Fabio Fognini stritt sich beim ATP-Turnier in Madrid mit Schiedsrichter Mohamed Lahyani und muss nun Konsequenzen befürchten.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 07.05.2014, 11:55 Uhr

Fabio Fognini hat seine Finalniederlage beim ATP-World-Tour-250-Turnier in München offensichtlich gar nicht gut verdaut. Im Endspiel in München unterlag der Italiener dem QualifikantenMartin Klizanundbezichtigte den Slowaken nach dem Match der Schauspielerei. Klizan hatte nach eigener Auskunft nur eine halbe Stunde geschlafen, an ständigen Magenkrämpfen gelitten, musste zwei Tabletten schlucken und stand kurz vor der Aufgabe.

Keine Behandlung bei Verletzung

Mit reichlich Frust über den verpassten vierten ATP-Titel reiste Fognini zum ATP-Masters-1000-Turnier in Madrid. Und die schlechte Laune des exzentrischen Italieners verschlechterte sich in der spanischen Hauptstadt zunehmend, nachdem er sein Erstrundenmatch gegenAlexandr Dolgopolovmit 5:7, 6:4, 3:6 verloren und auch im fünften Duell gegen den Ukrainer den Kürzeren gezogen hatte. Fognini gab unter anderem dem schwedischen Stuhlschiedsrichter Mohamed Lahyani die Schuld an der Niederlage.

Im ersten Satz sprach Lahyani gegen Fognini eine Verwarnung wegen Ballwegschlagens aus, nachdem dieser im ersten Satz das Break zum 4:4 kassiert hatte. „Du musst manchmal mit deinem Verstand denken. Ich weiß, dass es schwer ist für dich", fauchte Fognini in Richtung des Schweden. Die Stimmung des feurigen Italieners sollte sich noch verschlechtern, nachdem er den ersten Satz verloren hatte und dann den Physiotherapeuten zur Behandlung einer Verletzung rief. Dieser verweigerte jedoch die Behandlung, weil es sich bei der Hüftverletzung um eine bereits vorher bestehende Verletzung gehandelt haben soll.

„Wenn ich dieses Spiel verliere, hast du ein großes Problem"

Das ließ Fognini ungläubig zurück, der im weiteren Spielverlauf sich mit einigen Zuschauern anlegte und sogar Lahyani bat, das Sicherheitspersonal zu rufen. Nachdem der 26-Jährige den Satzausgleich geschaffte hatte, wurde es im dritten Satz wieder hitzig. Lahyani entschied beim Stand von 2:1 für Dolgopolov, dass ein knapper Ball von Fognini, der zum Breakball für den Ukrainer führte, im Aus gelandet war. Fognini wollte das nicht wahrhaben und diskutierte in seiner unnachahmlichen Art mit Lahyani.

„Bist du dir sicher? Überprüf das. Da ist kein Platz. Machst du Witze? Wie kannst du diesen Ball sehen? Glaub mir, wenn ich dieses Spiel verliere, hast du ein großes Problem", wütete Fognini,was Erinnerung an den Marathon-Ausraster von Viktor Troicki beim Turnier in Rom wach werden ließ. Fognini verlor schließlich sein Aufschlagspiel und dann auch das Match. Nach der Niederlage rief der Italiener in Richtung Lahyani. „Du kommst jetzt, ich will dich sehen. Hab' keine Angst." Hier sind die Szenen im Video.

Akte mit Ausrastern bereits gut gefüllt

Ob es ein klärendes Gespräch zwischen den beiden gegeben hat, ist nicht übermittelt. Sicher ist allerdings, dass Fognini die anschließende Pressekonferenz schwänzte, weil er behauptete, dass ein paar Journalisten, mit denen er nicht klarkomme, anwesend seien. Nach dem erneuten Ausraster drohen Fognini nun Konsequenzen in Form einer saftigen Geldstrafe wegen unsportlichen Verhaltens. Der ehemalige Profi und Sky-TV-Moderator Barry Cowan forderte einen Ausschluss von Fognini für das kommende ATP-Masters-1000-Turnier in Rom.

Die Akte mit Ausrastern und skurrilen Aktionen von Fognini ist bereits gut gefüllt. Immer wieder legt sich der Italiener mit Schiedsrichtern und Zuschauern an. So zum Beispiel im März in Indian Wells, als er sich vom Schiedsrichter ungerecht behandelt fühlte(hier im Video zu sehen). Im letzten Jahr machte er sich bei den Zuschauern keine Freunde, als er in St. Petersburg zwei Punkte vor dem Matchverlust einfach aufgab(hier im Video zu sehen)und in Cincinnati ein Match mit absichtlichen Fußfehlern herschenkte(hier im Video zu sehen).(Text: cab)

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Mittwoch
07.05.2014, 11:55 Uhr