ATP Madrid: Novak Djokovic schlägt Dominic Thiem im Halbfinale

Der Weltranglistenerste Novak Djokovic hat den Erfolgslauf von Dominic Thiem beim ATP-Masters-1000-Turnier in Madrid beendet. Der Serbe schlug den Österreicher mit 7:6 (2) und 7:6 (4). (Hier gibt es den LIVETICKER nachzulesen).

von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet: 11.05.2019, 20:02 Uhr

Novak Djokovic in Madrid
Novak Djokovic

von Nikolaus Fink aus Madrid

"Djokovic ist der beste Spieler der Welt zur Zeit", meinte Dominic Thiem vor seinem Halbfinalmatch gegen den Weltranglistenersten Novak Djokovic. Fürchten musste sich der Österreicher vor dem Branchenprimus aber auf keinen Fall, denn der 25-Jährige spielte in den vergangenen Wochen mitunter das beste Tennis seiner Karriere. 

Das war auch dem 31-jährigen Serben nicht entgangen. "Dominic spielt wahrscheinlich das beste Tennis auf Sand", sagte Djokovic in Madrid. Und Thiem zeigte in der Caja Magica gleich einmal, warum der 15-fache Grand-Slam-Sieger zu dieser Einschätzung gekommen war. Mit seinem unglaublich druckvollen Spiel übernahm Thiem sofort das Kommando und schaffte das erste Break zum 2:1.

Djokovic kontert Thiems Traumstart

Sobald der Ball im Spiel war, hatte der Lichtenwörther Vorteile. Um den Rhythmus zu brechen, setzte Thiem zudem ab und zu geschickt den Stopp ein - dieses Mittel war zwar nicht immer von Erfolg gekrönt, half aber, Djokovic zunächst nicht in sein Spiel kommen zu lassen. Nicolas Massu, der seinen Schützling wie gewohnt hochemotional anfeuerte, durfte für das Erste zufrieden sein.

Doch auch der Weltranglistenerste zeigte ab der Mitte des ersten Durchgangs enorm starkes Tennis und konnte dank einiger überragender Punktgewinne zum 3:3 breaken. Das zeigte bei Thiem zunächst etwas Wirkung: Der Vorjahresfinalist beging nun deutlich mehr unerzwungene Fehler, konnte den nächsten Angriff seines Kontrahenten aber dank seines in dieser Woche so großartigen Aufschlags abwehren.

Kurioses spielte sich dann im nächsten Aufschlagspiel des Serben ab. Djokovic ließ sich bei zwei aufeinanderfolgenden Punkten zu lange Zeit und bekam folgerichtig zweimal eine Verwarnung für Zeitüberschreitung. Daher musste musste er beim ersten Breakball Thiems mit zweitem Aufschlag eröffnen, konnte diesen jedoch wie auch einen zweiten kurz darauf abwehren - Thiem servierte gegen den Satzverlust.

Djokovic spielt überragenden Tiebreak

Der Niederösterreicher erledigte diese Aufgabe mit Bravour. Indes schien es so, als hätte Djokovic - wie so häufig bei hohen Temperaturen - leichte körperliche Probleme. Immer wieder schüttelte der 31-Jährige seinen Arm aus, suchte den Kontakt zu seiner Box und vergrub sich bei den Seitenwechseln ganz tief in sein Handtuch.

Während der Ballwechsel waren Djokovic aber keine physischen Defizite anzumerken, doch Thiem hielt gut dagegen und erzwang einen Tiebreak. In diesem verwandelte der Weltranglistenerste einen 0:1-Rückstand dank einiger unfassbarer Bälle schnell in einen 5:1-Vorsprung. Thiem traf zu diesem Zeitpunkt allerdings auch oft die falsche Entscheidung - in erster Linie mit dem Stoppball - und verlor die Kurzentscheidung mit 2:7.

Thiem schien den Rückschlag jedoch gut zu verkraften und erarbeitete sich gleich in Djokovics erstem Aufschlagspiel eine Breakchance. Diese konnte der 15-fache Major-Champion, der nun beinahe überhaupt keine Fehler mehr produzierte, allerdings entschärfen. Beim Breakball ließ Thiem seine ansonsten so gefürchtete Vorhand, die in diesem Halbfinale ohnehin nicht ganz nach Wunsch funktionierte, im Stich.

Vier Breaks im zweiten Satz

Zwei Games später vergab Thiem erneut eine Breakmöglichkeit, diesmal setzte er einen Rückhandball weit ins Aus. Dennoch: Der Österreicher war im zweiten Satz zu Beginn wie auch schon in Durchgang eins der bessere Spieler - beim Stand von 3:2 sollte sich dieser Umstand dann auch in Zählbares umwandeln. Thiem verwertete seinen fünften Breakball des Satzes und nahm Djokovic den Aufschlag zur 4:2-Führung ab.

Wie so oft in seiner Laufbahn antwortete der Mann aus Belgrad aber postwendend und schaffte dank starker Returns und einiger Fehler seines österreichischen Gegners das sofortige Rebreak. Das gab Djokovic Rückenwind, der beim Stand von 5:5 dank eines leichten Rückhandfehlers ds 25-Jährigen breakte und zum Matchgewinn servierte.

Doch Thiem ließ sich nicht unterkriegen und erspielte sich ein schnelles 0:40. Mit einem Doppelfehler beim zweiten Breakball schenkte Djokovic dem 25-Jährigen das Rebreak - wieder musste ein Tiebreak entscheiden. Dieser gestaltete sich wie schon der gesamte Durchgang ausgeglichen, ehe der Weltranglistenerste dank eines Doppefehlers von Thiem mit 5:3 in Führung ging. Djokovic holte sich anschließend zwei Matchbälle.

Bereits den ersten konnte er nach 2:22 Stunden zum 7:6 (2) und 7:6 (4)-Erfolg verwandeln und damit seinen ersten Finaleinzug seit den Australian Open fixieren. Im Endspiel trifft der Serbe am Sonntag auf Rafael Nadal oder Stefanos Tsitsipas.

Der Liveticker zum Nachlesen

Das Einzel-Tableau der Herren in Madrid

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