ATP Madrid: Novak Djokovics Rückkehr zu alter Stärke

Novak Djokovic hat beim ATP-Masters-1000-Turnier in Madrid mit einem Finalsieg über Stefanos Ttitsipas den Titel geholt - und ist dabei zu alter Stärke zurückgekehrt.

von Jörg Allmeroth
zuletzt bearbeitet: 13.05.2019, 07:38 Uhr

Novak Djokovic in Madrid
© Getty Images
Novak Djokovic

In den letzten Tagen hatte Stefanos Tsitsipas in Madrid reichlich zu tun gehabt. Am Freitagabend besiegte er Masters-Titelverteidiger Alexander Zverev in einem dramatischen Viertelfinalmatch im sogenannten„Zauberwürfel“, anschließend stellte er sich noch zum Doppelmatch mit Partner Wesley Koolhof auf den Platz, bis zur mitternächtlichen Geisterstunde war er im Einsatz.

Samstag dann war der junge Grieche in drei aufreibenden Sätzen gegen Matador Rafael Nadal gefordert, überraschend hatte er den längeren Atem und die größere Nervenkraft, gewann schließlich nach zwei Stunden und 34 Minuten gegen den größten Sandplatzspieler dieser Zeit. 

Die Statistiker feierten Tsitsipas, denn kein Spieler hatte je zuvor in jüngeren Jahren damit wenigstens einmal die Großen Drei geschlagen, also Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic. Jenen Djokovic besiegte er bei einem formidablen Masters-Turnierlauf im letzten Sommer in Toronto, aber wie damals in Kanada ging dem Griechen auch nun im alles entscheidenden Match in Madrid die Luft aus.

Djokovic schließt zu Nadal auf

Und es war der wiedererstarkte Djokovic, der persönlich dieses Scheitern des aktuell erfolgreichsten Spielers aus der Next Gen-Truppe besorgte und Revanche nahm. Im Stile eines Branchenführers, der Nummer 1, demonstrierte Djokovic seine Klasse und holte sich mit dem 6:3, 6:4-Sieg seinen insgesamt 33. Masters-Titel. „Ich bin glücklich, dass ich wieder gutes, erfolgreiches Tennis spiele“, sagte Djokovic, der in der Masters-Allzeitwertung damit aufschloss zu Rafael Nadal, dem in dieser Saison und auch auf Sand immer noch titellosen Mallorquiner.

Für Djokovic war es die spielerische Rückkehr zu jenem Niveau, mit dem er die Australian Open im Januar eisern in seinem Griff gehabt und den dritten Grand Slam-Titel hintereinander geholt hatte. Im Melbourne-Finale hatte der 31-jährige Belgrader so vernichtend klar gegen Nadal, einen der vermeintlich härtesten Herausforderer, dominiert, dass weitere Trophäen im Frühling die logische Folge schienen.

Doch plötzlich geriet der „Djoker“ in eine Krise, auch wegen seiner Verwicklungen in die, je nach Betrachtungsweise, höhere oder niedere Tennispolitik. Erst in Madrid endete nun die jähe Dürrezeit für den besten Spieler der Welt. 

Djokovic auch in Rom Favorit

Besonders im ersten Satz regierte Djokovic die Partie in der „Caja Magica“ mit kühler Effizienz und zupackender Wucht. Gleich beim ersten Aufschlagspiel von Tsitsipas holte sich der Serbe in aggressiver Verfassung das Break, verteidigte diesen Vorsprung dann auch recht ungefährdet bis zum 6:3. Tsitsipas wirkte anfangs etwas rostig, noch ermattet von den Strapazen der vorherigen Matches, aber im zweiten Akt rappelte sich der Newcomer und Australian Open-Halbfinalist auf.

Nach viel Einbahnstraßen-Tennis wurde nun aus dem Finale ein wirkliches Duell. Bis zum 4:4 hielt Tsitipas auf Augenhöhe mit, zeigte sein kunterbuntes Repertoire, seine ganze Variationsbreite. Aber Djokovic schlug im entscheidenden Moment eiskalt zu. Er breakte den 20-jährigen zum 5:4, servierte die Partie danach zum 6:4 aus.

Und war damit zum dritten Mal nach 2011 und 2016 der Gewinner des Höchstpreises in Madrid. Nun darf Djokovic auch als erster Titelanwärter in Rom gelten, dort, wo auch Roger Federer in dieser Woche überraschend ein zusätzliches Gastspiel gibt.

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