ATP Madrid: Stefanos Tsitsipas bejubelt "besten Sieg" der Karriere

Stefanos Tsitsipas ist ein Mann für die Zukunft. Das sagen aufmerksame Beobachter der Tennisszene schon seit einiger Zeit - mit dem "besten Sieg" seiner Karriere im Halbfinale des ATP-Masters-1000-Turniers in Madrid gegen Rafael Nadal ist der Grieche aber auch bereits für die bevorstehenden French Open ein ganz heißer Titelkandidat.

von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet: 12.05.2019, 12:37 Uhr

Stefanos Tsitsipas in Madrid
© Getty Images
Stefanos Tsitsipas

von Nikolaus Fink aus Madrid

So ganz fassen konnte Stefanos Tsitsipas seine eben dargebotene Leistung selbst in der Pressekonferenz noch nicht. Soeben hatte der Grieche Rafael Nadal zum ersten Mal in seiner Karriere geschlagen - auf Sand, in Spanien, vor frenetischen Fans. Umstände, unter denen ihm wohl nur die Wenigsten tatsächlich den ganz großen Coup zugetraut hätten.

Sogar Tsitsipas selbst hatte nach der ebenso deutlichen wie lehrreichen Niederlage bei den Australian Open für einen kurzen Moment nicht mehr an sich geglaubt: "Ich will das nicht sagen, aber es hat sich fast so angefühlt, dass ich an einem gewissen Punkt die Hoffnung verloren habe."

Doch der 20-Jährige zog seine Lehren aus der Niederlage in Melbourne und agierte in der spanischen Hauptstadt so abgebrüht wie ein ganz Großer. Selbst als Nadal im letzten Satz das Break zum 3:5 schaffte und er gemeinsam mit seinen spanischen Landsleuten noch einmal Hoffnung schöpfte, blieb der junge Grieche cool und breakte zum Matchgewinn aus.

Umstände machen Sieg für Tsitsipas noch spezieller

"Es war schwierig zu wissen, dass das gesamte Publikum hinter ihm steht. Dass ich so fokussiert geblieben bin, macht es noch spezieller. Ich habe zu mir gesagt, dass es noch besser wäre, diesen schwierigen Test zu überstehen", erklärte Tsitsipas seine Herangehensweise an das Match gegen den wohl besten Sandplatzspieler aller Zeiten.

Diese Aussage zeigt, aus welchem Holz der Youngster geschnitzt ist. Tsitsipas scheut die Herausforderung nicht, er nimmt sie an und braucht sie sogar. Das bewies der Grieche bereits bei seinem furiosen Sieg über Roger Federer bei den Australian Open - auch damals war ein Großteil der Zuschauer auf der Seite des Schweizers.

Nadal mit durchwachsener Sandplatzsaison

Während Tsitsipas, der vor exakt einem Jahr noch in der Qualifikation des ATP-Masters-1000-Turniers in Rom gespielt hatte und mittlerweile auf Platz neun der ATP-Weltrangliste steht, den "besten Sieg" seiner noch jungen Laufbahn bejubelte und sich auf das Finale gegen Novak Djokovic freuen darf, schob Rafael Nadal nach seiner dritten Halbfinalniederlage in Serie großen Frust.

"Wenn ich das gleiche Level wie in Australien oder in Barcelona 2017 spiele, sehe ich nicht, dass ich dieses Spiel verliere. Um ehrlich zu sein, lag es heute eher an mir", sparte der Spanier nicht mit Selbstkritik. Nach dem fulminanten Sieg über Stan Wawrinka im Viertelfinale sprach Nadal von der besten Saisonsleistung auf Asche, die neuerliche Semifinalniederlage markiert allerdings einen weiteren Rückschlag in einer ohnehin durchwachsenen Sandplatzsaison.

Ich denke, dass er bei den Australian Open mehr Vertrauen in seine Schläge hatte.

Stefanos Tsitsipas über Rafael Nadal

Nadal sucht weiterhin nach der Form, die ihn bei den Australian Open in das Finale gebracht hatte - das machte auch Tsitsipas deutlich: "Ich denke, dass er bei den Australian Open mehr Vertrauen in seine Schläge hatte." Zudem überraschte der 20-Jährige mit der Aussage, dass er sich auf Sand gegen den Mallorquiner wohlergefühlt habe als noch auf Hartplatz.

Für den Griechen geht es am Sonntag um 18:30 MEZ um den ersten ATP-Masters-1000-Titel seiner Karriere. Die Herausforderung wird in Person von Novak Djokovic indes nicht kleiner - doch Tsitsipas ist auch gegen den Serben ein Erfolg zuzutrauen. Schließlich konnte der 20-Jährige das bislang einzige Aufeinandertreffen mit dem Serben in Toronto 2018 für sich entscheiden.

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von Nikolaus Fink

Sonntag
12.05.2019, 11:47 Uhr
zuletzt bearbeitet: 12.05.2019, 12:37 Uhr

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