ATP Masters Cincinnati: Für die US-Boys nicht gerade ein Heimturnier
Schon 18 Jahre warten die US-amerikanischen Männer auf einen Einzel-Titel beim ATP-Masters-1000-Turnier in Cincinnati. Diese Wartezeit wird sich wohl verlängern.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
13.08.2024, 17:42 Uhr

Selbst jüngere Tennisfreunde werden sich noch daran erinnern: Taylor Fritz hat 2022 in Indian Wells tatsächlich ein ATP-Masters-1000-Event gewonnen, in den Jahren davor konnten auch John Isner (2018 in Key Biscayne) und, wer könnte das vergessen, auch Jack Sack (2017 in Paris-Bercy) anschreiben. Auf einen Titel bei einem Grand-Slam-Turnier warten die US-Amerikaner indes seit 2003 - da krönte sich Andy Roddick zum König von Flushing Meadows.
Und Roddick ist auch der bislang letzte einheimische Champion in Cincinnati. 2006 war’s, da gewann er im Endspiel recht glatt gegen Juan Carlos Ferrero. Seitdem hat es nur einen einzigen Finalisten aus den USA gegeben: John Isner. Der aber war gegen Rafael Nadal im Endspiel von 2013 chancenlos.
Wie stehen die Vorzeichen in diesem Jahr, jetzt, da die Hauptfeld-Action in Cincinnati schön langsam Fahrt aufnimmt? Die grundsätzlichen Voraussetzungen sind ja nicht schlecht: Titelverteidiger Novak Djokovic ist gar nicht am Start, Jannik Sinner sieht sich selbst noch nicht in Bestform, Carlos Alcaraz muss erst einmal die Niederlage im Olympia-Finale verdauen. Und Alexander Zverev, in Cincinnati 2021 Turniersieger, ist immer wieder für eine Niederlage gut, für die es in der Nachbetrachtung keine Erklärung gibt. So wie für jene in Montreal gegen Sebastian Korda.
Korda könnte wieder auf Zverev treffen
Eine der größeren Hoffnungen hat sich ja schon gestern verabschiedet: Tommy Paul musste sich Flavio Cobolli in drei Sätzen geschlagen geben.Paul war an Position zehn gesetzt, gleich vor Kumpel Taylor Fritz, mit dem er in Paris ja Bronze im olympischen Doppel geholt hatte. Fritz startet gegen Brandon Nakashima, könnte im Achtelfinale auf Andrey Rublev, danach auf Jannik Sinner treffen.
Sebastian Korda hat in Washington mit seinem Turniersieg überzeugt, in Montreal mit dem Sieg über Zverev das Halbfinale erreicht. In Cincinnati könnte es im Achtelfinale wieder gegen den Deutschen gehen, die Auftakthürde mit Pablo Carrero Busta ist in jedem Fall machbar. Danach wartet der Sieger der Partie Max Purcell gegen Tomas Machac.
Ben Shelton schließlich muss gleich heute noch gegen Reilly Opelka ran. Auf dem bekannt schnellen Geläuf von Cincinnati keine freundliche Aussicht.
Ganz objektiv betrachtet muss man also auch 2024 viel Fantasie aufbringen, um einen Nachfolger von Andy Roddick zu finden. Es sei denn, einer der US-Boys ist ähnlich opportunistisch wie Alexei Popyrin in Montreal. Und packt ein sich öffnendes Tableau beim Schopf.
Hier das Einzel-Tableau in Cincinnati