ATP Masters Rom: Casper Ruud braucht ein kurzes Gedächtnis
Casper Ruud trifft heute wie im Vorjahr beim ATP-Masters-1000-Turnier in Rom auf Jannik Sinner. 2025 gab es eine üble Klatsche für den Norweger.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
16.05.2026, 17:37 Uhr

Zunächst einmal ist es höchst erfreulich, dass Casper Ruud wieder nah an jener Form zu sein scheint, die ihn vor gar nicht allzu langer Zeit zu einem der besten Sandplatz-Spieler der Welt gemacht hat. Ruud stand im Endspiel von Roland-Garros (und das sogar zweimal), hat in Madrid im vergangenen Jahr den Titel geholt, in Monte-Carlo durfte der wunderbare Norweger auch schon im Titelmatch aufschlagen. Problematisch könnte lediglich der heutige Gegner im Foro Italico werden: Jannik Sinner nämlich.
Zum einen steht für den Weltranglisten-Ersten einiges auf dem Spiel: Sinner könnte mit einem Erfolg gegen Ruud sein Set an 1000er-Titeln komplettieren. Dazu hat es noch kein Mann geschafft, die ersten fünf Masters-Events einer Saison zu gewinnen. Und dann würde Jannik Sinner ja auch noch eine 50-jährige Flaute der Italiener bei deren traditionsreichstem Turnier beenden. Denn der letzte heimische Sieger im Einzel war Adriano Panama, der 1976 das Endspiel gegen Guillermo Vilas in vier Sätzen für sich entscheiden konnte.
Ruud gewinnt gegen Sinner nur ein Spiel
Das ist das eine. Noch etwas schwerer wiegt indes der Verdacht, dass Jannik Sinner kein gutes Match-Up für Casper Ruud ist. Gut, für wen ist der das schon aktuell? Aber die Bilanz sieht dann doch einigermaßen furchterregend aus: Denn von den acht gespielten Sätzen gegen Ruud hat Sinner alle acht gewonnen. Das letzte davon vor ziemlich genau einem Jahr in Rom: Da gestand Sinner seinem Gegner nur ein Game zu. Diese Erfahrung wird Casper Ruud hoffentlich aus seinem Gedächtnis verbannt haben.
Hoffnung macht ausgerechnet der haushohe Favorit selbst. Denn nach seinem Halbfinal-Erfolg gegen Daniil Medvedev meinte Jannik Sinner, dass das Erreichen eines 1000er-Endspiels ja per se schon ein großer Erfolg sei. Er also mit einer Niederlage auch leben könnte. Daran wiederum sollte sich Casper Ruud in jeder Phase des heutigen Endspiels erinnern.
Hier das Einzel-Tableau in Rom
