Roger Federer zwischen Frust und Vorfreude: Willkommen, Muskelkater!

In Halle/Westfalen will der Schweizer seine Wimbledon-Form finden.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 12.06.2016, 14:19 Uhr

STUTTGART, GERMANY - JUNE 11: Roger Federer of Switzerland reacts after the semifinals on day 8 of Mercedes Cup 2016 on June 11, 2016 in Stuttgart, Germany. (Photo by Daniel Kopatsch/Bongarts/Getty Images)

Nach seiner unvollendeten Titel-Mission in Stuttgart verließ Rasenkönig Roger Federer den Weissenhof enttäuscht - und mit einem schmerzhaften Andenken. "Ich habe Muskelkater. Aber das fühlt sich gut an und ist wichtig in dieser Phase", sagte der topgesetzte Schweizer nach seinem Halbfinal-Aus gegen Shootingstar Dominic Thiem aus Österreich (6:3, 6:7 (7), 4:6). Dass Federer (34) bei seinem Comeback nach wochenlanger Pause wegen einer Rückenverletzung bei weitem noch nicht in Form war, bewies das Generationenduell mit Thiem (22): Gleich zwei Matchbälle im Tiebreak vergab der Grand-Slam-Rekordsieger gegen den frischgebackenen French-Open-Halbfinalisten. Einen sogar bei eigenem Aufschlag. "Das ist schon enttäuschend. Ich hätte in den wichtigen Momenten besser spielen können", haderte Federer mit sich und der fehlenden Matchpraxis.

Die heilige Stätte des Roger F.

Gleichzeitig gab sich der "Maestro", der am Killesberg wie ein Messias gefeiert wurde und ab Montag beim Turnier in Halle/Westfalen startet, kämpferisch. "Es geht Schritt für Schritt voran. Ich schaue mit Zuversicht auf die zweite Jahreshälfte", betonte Federer und kündigte an: "Ich will in Wimbledon bei 100 Prozent sein." Wimbledon, das Rasen-Mekka - und die heilige Stätte des Roger F. Mit seinem achten Einzel-Titel an der Church Road könnte die frühere Nummer eins am 10. Juli zum alleinigen Rekordsieger des berühmtesten Tennis-Turniers der Welt aufsteigen. 2012 hatte er dort seinen 17. und bislang letzten Major-Titel geholt.

Federer: "Es sind interessante Zeiten im Tennis"

Doch Federer weiß, was die Stunde geschlagen hat. Binnen vier Wochen verlor er bereits zum zweiten Mal gegen Aufsteiger Thiem, der seit seinem Paris-Coup in den Top Ten steht. "Dominic ist ein super Spieler. Derzeit kommen viele junge Leute nach. Aber auch die Arrivierten halten sich. Es sind interessante Zeiten im Tennis", erklärte Federer. Für den Weltranglistendritten läuft die Saison noch nicht nach Plan. Nach seinem Halbfinal-Aus bei den Australian Open gegen Branchenführer Novak Djokovic bremsten ihn eine Knie-Operation, ein Virus und wenig später die Rückenprobleme aus. Seine French-Open-Teilnahme musste der "FedExpress" absagen. Damit endete seine Rekord-Serie nach 65 aufeinanderfolgenden Grand-Slam-Starts.

Bislang hat der Vierfach-Papa 2016 erst fünf Turniere bestritten, auf seinen ersten Titel wartet er in diesem Jahr noch. Doch Federer, der bislang mehr als 98 Millionen Dollar an Preisgeld eingespielt hat, weiß, dass er im Spätherbst seiner Karriere Prioritäten setzen muss. Der Künstler in kurzen Hosen wird bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro (5. bis 21. August 2016) nicht im Olympischen Dorf wohnen. "Ich will mich voll auf den Wettbewerb konzentrieren, eine Medaille holen und mein Land stolz machen", sagte Federer und meinte: "Im Dorf sind die Ablenkungen einfach zu groß. Man möchte ja dann auch die Foto- und Autogramm-Wünsche erfüllen." Das tat er bei seiner Premiere in Stuttgart gewohnt geduldig. Allein der Titel fehlte zum perfekten Comeback.

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