Nick biegt Sascha - jetzt gegen Federer

Alexander Zverev hat die Revanche gegen Nick Kyrgios verpasst: Die deutsche Nummer eins unterlag wie schon in Indian Wells seinem australischen Pendant, diesmal in drei Sätzen. Kyrgios trifft nun auf Roger Federer.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 31.03.2017, 03:44 Uhr

Nick Kyrgios hat auch in Miami Roger Federer auf seinem Zettel

Alexander Zverev ist beim ATP-Masters-1000-Turnier in Miami im Viertelfinale ausgeschieden: Der 19-jährige Deutsche unterlag dem Australier Nick Kyrgios nach 2:33 Stunden mit 4:6, 7:6 (9) und 4:6. Kyrgios trifft in der Vorschlussrunde nun auf Roger Federer.

Die beiden Youngster boten bis zum Stand von 4:4 im ersten Satz nichts an, dann nutzte Kyrgios seine zweite Breakchance, holte sich im Anschluss sicher den ersten Satz. Der Druck auf Alexander Zverev als Aufschläger blieb über die ganze Spielzeit enorm hoch - wenn nämlich der Australier mit seinem Service am Zug war, bestimmte Kyrgios die Ballwechsel meist vom ersten Schlag an. Je länger die Rallyes ausfielen, desto eher stiegen die Chancen der deutschen Nummer eins. Im zweiten Satz hielt Zverev dem Druck bestens stand, erlaubte seinem Gegner nur einen Breakball, dessen Abwehr er einen Urschrei hinterher schickte.

Die Zuschauer in Miami bekamen wie schon auch die Fans in Indian Wells vor zwei Wochen die Zukunft des Tennissports zu sehen. Mit zwei Spielern, die neben aller den Umständen geschuldeten Emotionalität vor allem auch konzentriertes Tennis in Höchstgeschwindigkeit zeigten. Und das vom ersten bis zum letzten Ballwechsel. Kyrgios ließ sich dabei auch nicht von einer Verwarnung bei 5:6 im zweiten Satz aus der Fassung bringen, die Stuhlschiedsrichter Fergus Murphy wegen Zeitüberschreitung aussprach.

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Im darauf folgenden Tiebreak holte sich Kyrgios das erste Mine-Break, Zverev schlug umgehend zurück. Wie schon gegen John Isner ließ der gebürtige Hamburger nicht locker, leistete sich keine einfachen Fehler mehr. Und musste dennoch drei Matchbälle abwehren, den dritten mit einem Rückhand-Passierball, nachdem Kyrgios ein Vorhand-Stopp zu lang geraten war. Den Satzball zum 10:9 holte sich Zverev mit einem sensationellen Rückhand-Lob, ein Schlag, den der zweifache Turniersieger auf der ATP-Tour gleich in der nächsten Rallye wieder ansetzte - Kyrgios versuchte einen Tweener, erfolglos.

Im dritten Satz gingen die Emotionen bei 2:3 aus Sicht von Zverev hoch: Kyrgios hatte, wohl auf Zuruf seiner Box, einen Lob von Zverev überprüfen lassen. Zu spät, wie der Deutsche nicht grundlos anmerkte. Vier Ballwechsel später sicherte sich Kyrgios tatsächlich das Break zum 4:2. Die strittige Situation beschäftigte beide Spieler auch noch beim Seitenwechsel, der Referee bekam von links wie rechts einiges zu hören. Sportlich ließ Kyrgios nichts mehr anbrennen - und das, obwohl Zverev noch zwei Matchbälle spektakulär abwehren konnte.

In der Vorschlussrunde wartet nun Roger Federer. Der Schweizer zeigte gegen Tomas Berdych erstmals in Miami 2017 echte Schwächen, musste im Tiebreak des Entscheidungssatzes sogar zwei Matchbälle des Tschechen abwehren. Nick Kyrgios hat gegen Federer bis dato einmal gespielt - und 2015 in Madrid auf Sand in drei äußerst knappen Sätzen gewonnen. In Indian Wells konnte Kyrgios zum Viertelfinale gegen Federer aufgrund einer Lebensmittelvergiftung nicht antreten.

Das ATP-Turnier in Miami im Überblick

von Jens Huiber

Freitag
31.03.2017, 03:44 Uhr