ATP Monte Carlo: Daniil Medvedev - Von Ismaning aus in die Weltspitze

Daniil Medvedev steht beim ATP-Masters-1000-Turnier in Monte Carlo vor dem erstmaligen Einzug in das Finale eines 1000ers.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 20.04.2019, 07:24 Uhr

Daniil Medvedev 2015 in Ismaning
© Jürgen Hasenkopf
Daniil Medvedev 2015 in Ismaning

2015 ist Daniil Medvedev für ein paar Tage lang zum Deutschen-Schreck avanciert: Der Russe hatte sich nach Ismaning begeben, dort an einem mit 10.000.- US Dollar dotierten ITF-Future-Turnier teilgenommen. Und der Reihe nach Hannes Wagner, Vincent Jänsch-Müller und Yannick Maden geschlagen, bevor im Halbfinale gegen Johannes Härteis Schluss war. Medvedev war damals als Nummer 336 der Welt angereist und hatte nicht viel Lust auf lange Ballwechsel: Der Russe nagelte in der Ismaninger Halle gnadenlos auf die Kugel drauf, die Rückwand wurde arg geprüft.

Diese Zeiten sind längst vorbei. Mittlerweile zeigt sich Daniil Medvedev als ein Spieler, der den Ball bis auf weiteres auch gerne mal in die Mitte des Platzes schiebt, als kleines Angebot an den Gegner, damit etwas zu machen. Stefanos Tsitsipas hat diesen Vorschlag im Achtelfinale des ATP-Masters-1000-Turniers im Grunde richtig verstanden, der Grieche zeigte sich am Netz allerdings zum Teil fahrlässig im Verwerten seiner Chancen.

Medvedev zieht Djokovic den Nerv

Novak Djokovic wiederum zog Medvedev mit seinem geduldigen Spiel den Nerv. Wiewohl der Russe bei Gelegenheit auch das Tempo anzog, einen immer noch nicht auf der Höhe seiner Schaffenskraft agierenden Weltranglisten-Ersten ordentlich Meter machen ließ.

Medvedev verhinderte mit dem 6:3, 4:6 und 6:2 gegen Djokovic ein rein serbisches Duell, Dusan Lajovic hatte sich bereits zuvor an Lorenzo Sonego schadlos gehalten. Die einzige Begegnung mit Lajovic hat Daniil Medvedev 2018 in Moskau gewonnen, mit 6:2 und 6:1 nicht einmal knapp. Dusan Lajovic allerdings hat die Statistik schon im Match gegen Dominic Thiem Lügen gestraft - und den Österreicher im sechsten Anlauf erstmals geschlagen.

Gegen Johannes Härteis steht die Bilanz für Medvedev übrigens immer noch bei 0:1. Ob sich die beiden demnächst allerdings wiedersehen, ist eher fraglich: Während sich Medvedev anschickt, einen Platz unter den besten zehn Spielern der Welt zu ergattern, wird der 23-jährige Deutsche aktuell auf Position 373 der ATP-Charts geführt. Und tummelt sich auf der ATP-Challenger-Tour, mit eher bescheidenem Erfolg: In dieser Woche ist Härteis in Sarasota schon in der ersten Runde der Qualifikation ausgeschieden.

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zuletzt bearbeitet: 20.04.2019, 07:24 Uhr