ATP NextGen Finals: "Innovative" Regeln sorgen für Verwirrung - auch bei Schiedsrichter Mohamed Lahyani

Auch in diesem Jahr dienen die NextGen Finals wieder als Experimentierfeld. Am Dienstag wurde dies sogar dem erfahrenen Stuhlschiedsrichter Mohamed Lahyani zum Verhängnis.

von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet: 28.11.2023, 22:44 Uhr

Stuhlschiedsrichter Mohamed Lahyani
© Getty Images
Stuhlschiedsrichter Mohamed Lahyani

Tag eins der NextGen Finals in Jeddah ist vorbei und bereits jetzt lassen sich einige Dinge festhalten. Allen voran die Tatsache, dass der Zuspruch des Publikums in Saudi-Arabien doch nicht so groß ist wie von der ATP erhofft (und vielleicht auch erwartet). Zeit für vollere Tribünen bleibt allerdings noch reichlich, wird die inoffizielle U-21-Weltmeisterschaft doch bis inklusive 2027 in Jeddah stattfinden.

Ob Mohamed Lahyani dann immer noch auf dem Schiedsrichterstuhl sitzen wird, ist aus derzeitiger Sicht nicht zweifelsfrei zu klären. Allenfalls hat der Schwede dieser Tage eine etwas andere Sicht auf den Court als normalerweise: Um den Zuschauern eine bessere Sicht zu das Spielgeschehen zu erlauben, wurde der Schiedsrichterstuhl in Jeddah kurzerhand tiefer gelegt.

Seitenwechsel nach jedem Satz

Dieser Umstand gereichte Lahyani am Dienstag immerhin zum Vorteil, hatte er es doch nicht allzu weit, um Arthur Fils und Luca Nardi einen kleinen Fauxpas zu erklären. Was war passiert? Nachdem Nardi den ersten Abschnitt mit 4:2 gewonnen hatte, spielten die beiden Protagonisten - den üblichen ATP-Regeln folgend - nach einer kurzen Satzpause auf der gleichen Seite des Platzes weiter. Allerdings ist bei den NextGen Finals nach jedem abgeschlossenen Satz - unabhängig davon, ob die Spielanzahl gerade oder ungerade ist - ein Seitenwechsel vorgesehen.

Lahyani bemerkte seinen Fehler inmitten des ersten Games im zweiten Satz und musste Fils und Nardi beim Stand von 40:0 daher um einen sofortigen Seitenwechsel bitten. Die kurze Unterbrechung blieb für den sichtlich amüsierten und verwirrten Aufschläger Fils, der später auch das Match für sich entscheiden sollte, indes ohne Konsequenzen.

Besonderes Augenmerk auf dem Spieltempo

Ohnedies sind die NextGen Finals seit jeher ein Experimentierfeld: Tiebreak beim Stand von 3:3, keine Vorteil-Regelung, keine Linienrichter. Neu ist, dass die Trainer mit Echtzeit-Daten und Videomaterial versorgt werden. Die Spieler selbst können indes während der Matches jederzeit ihre biometrischen Daten sowie ihr Stresslevel ablesen. 

Ein besonderes Augenmerk legt die ATP bei den NextGen Finals auch auf das Spieltempo. Ist ein Ballwechsel weniger als drei Schläge lang, wird die Zeit der Shotclock von 25 auf 15 Sekunden verkürzt. Zudem haben die Spieler zwischen dem ersten und zweiten Aufschlag nur noch acht Sekunden Zeit. Darüber hinaus wurde die Aufwärmphase auf dem Court gänzlich gestrichen.

Hier das Tableau in Jeddah

von Nikolaus Fink

Mittwoch
29.11.2023, 09:55 Uhr
zuletzt bearbeitet: 28.11.2023, 22:44 Uhr