ATP-Rankings: Alexander Zverev - "Das ganze System ist beschissen"

Wie an den aktuellen Ranking Breakdowns abzulesen ist, soll die Regelung, wonach die ab Indian Wells 2019 erzielten Punkte noch ein weiteres Jahr zählen, auch für die ATP Finals gelten. Alexander Zverev ist darüber nicht glücklich.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 21.11.2020, 10:24 Uhr

Alexander Zverev sollte in den ATP-Charts weiter oben stehen
© Getty Images
Alexander Zverev sollte in den ATP-Charts weiter oben stehen

Stefanos Tsitsipas wird nach seiner Drei-Satz-Niederlage gegen Rafael Nadal die Londoner O2 Arena nicht besonders glücklich verlassen habe. Wenn die Informationen von tennisnet aber stimmen, dann bekommt der Grieche ein Geschenk in Höhe von 1.100 ATP-Punkten von der ATP mit in die Offseason. Und vor allem auch in das nächste Tennisjahr. Denn das ATP Council hat dem Vernehmen nach beschlossen, dass die bei den ATP Finals 2019 erzielten Zähler ein weiteres Jahr mit in die Wertung einfließen sollen.

Es wird aller Voraussicht nach also dieselbe Regelung gelten wie bei allen Turnieren, die in diesem Jahr nach Beginn der Corona-Pause angesetzt waren bzw. ausgetragen wurden. Ein Entgegenkommen vor allem an die Spitzenspieler: So durfte sich Rafael Nadal in aller Ruhe auf die French Open vorbereiten, seine 2.000 Punkte für den US-Open-Erfolg 2019 wusste der Spanier auch ohne eine Reise nach New York sicher. Nadal hatte hinsichtlich der ATP-Charts keinen Anreiz, in Flushing Meadows aufzuschlagen.

Dominic Thiem wiederum hat das Bestmögliche herausgeholt: Nach seiner Auftaktpleite gegen Thomas Fabbiano vor mehr als einem Jahr nahm der Österreicher gerne die 2.000 Zähler für seinen ersten Major-Triumph mit. Und musste sich über die Viertelfinal-Niederlagen in Roland Garros gegen Diego Schwartzman und in Wien gegen Andrey Rublev nicht grämen: In Thiems Rankings Breakdown sind für diese beiden Turnier 1.700 Punkte vermerkt. In einem „normalen“ Jahr hätte Thiem dafür lediglich 450 Zähler mitgenommen.

Ein Leidtragender der aktuellen Situation ist Alexander Zverev: Mit dem Halbfinale in Australien, dem Endspiel bei den US Open, zwei Turniersiegen, wäre die deutsche Nummer eins in einem normalen Jahr weiter vorne in den ATP-Charts platziert. Das vermutliche "Geschenk" an Tsitsipas nahm er in der Pressekonferenz nach seiner Niederlage gegen Novak Djokovic achselzuckend zur Kenntnis: "Das ganze System ist beschissen."

Auch Federer und Berrettini profitieren

Dass nun aber auch das Saison-Abschluss-Turnier unter die Verteidigungs-Amnestie fallen soll, lässt nicht nur im Fall von Tsitsipas aufhorchen. Denn auch Roger Federer, der seit seinem Halbfinal-Aus bei den Australian Open Anfang 2020 kein Match mehr bestritten hat, nimmt im kommenden Jahr 400 zusätzliche Punkte mit auf seine Comeback-Reise. Und Matteo Berrettini darf immer noch von den 200 Zählern für den Erfolg im letzten Gruppenmatch 2019 gegen Dominic Thiem zehren. Tatsächlich ist im Rankings Breakdown bereits vermerkt, dass Federer seine 400 Punkte erst am 8. November 2021 gestrichen bekommt

Zwar zählen die Finals-Punkte nicht für das Race im darauffolgende Jahr. Bei der Setzung in den Turnieren spielen sie aber eine große Rolle. Zum Vergleich: Die 1.100 Punkte, die Stefanos Tsitsipas ab Montag einfach so wieder gutgeschrieben bekommt, würde in der ATP-Weltrangliste immerhin für Platz 48 reichen. Kyle Edmund hat für seine 1.085 Punkte deutlich mehr Arbeitsaufwand betreiben müssen.

Schon das Weiterführen der Zähler abseits der Finals war bei manchen Spielern nicht auf Zustimmung gestoßen. Vor allem auch nicht, was die Qualifikation für London anbelangt. Karen Khachanov etwa hatte schon beim Schaukampfturnier "Thiem´s 7" in Kitzbühel angemerkt, dass das Race 2020 eine Farce wäre, weil sechs Spieler von vornherein für die inoffizielle Weltmeisterschaft qualifiziert waren.

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