Jürgen Melzer lässt die große Chance gegen Andy Murray aus
Trotz eines starken ersten Satzes musste sich Jürgen Melzer beim ATP-Turnier in Rom im Achtelfinale verabschieden.
von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet:
15.05.2014, 16:46 Uhr

Nur zu gern hätte er den bösen Partycrasher gespielt undAndy Murraydessen 27. Geburtstag am heutigen Donnerstagnachmittag voll vermiest. Doch damit ist es nichts geworden: Jürgen Melzer hat auch das sechste Match gegen den Schotten verloren und ist bei den Internazionali BNL d'Italia in Rom (2.884.675 Euro Preisgeld) im Achtelfinale nun ausgeschieden. Der 32-jährige Niederösterreicher (ATP 66) musste sich dem amtierenden Olympia- und Wimbledon-Sieger (ATP 8) nach 1:42 Stunden mit 6:7, 4:6 beugen. Besonders im ersten Satz erbrachte er eine tadellose Leistung, die im Tiebreak aber mit einem deutlichen 1:7 nicht belohnt wurde.
Unter dem Strich stehen dennoch zwei sehr beachtliche Siege gegen den US-AufschlagriesenJohn Isner(ATP 11) und seinen kroatischen AngstgegnerMarin Cilic(ATP 26), gegen den er davor eine 2:7-Bilanz und alle vier vorigen Duelle verloren hatte. Mit den beim ATP-Masters-1000-Turnier ergatterten 90 ATP-Punkten wird sich der Deutsch-Wagramer im ATP-Ranking auf Platz 59 schieben, einen Rang und nur zwei Zähler hinter YoungsterDominic Thiem, der ihn am Montag erstmals seit seiner Übernahme am 23. Juni 2008 als Nummer eins im Lande abgelöst hatte.
Glückloser Melzer: Fünf Breakbälle bei 4:4
Mit der bislang gezeigten Form war Melzer im ersten Duell der beiden auf Sand, Murrays klar schwächstem Belag, von vielen Seiten eine sehr gute Chance auf den ersten Sieg über den Ex-Weltranglisten-Zweiten eingeräumt worden. Dementsprechend begann Melzer, fand sofort die richtige Mischung zwischen Angriff und Defensive, holte sogleich mit kontrolliertem Spiel zu null das Break und überhaupt die ersten sechs Punkte, während Murray noch vergeblich nach seinem Rhythmus suchte. Allmählich kam das Geburtstagskind allerdings besser hinein, und so konnte Melzer bei 2:1 noch ein 15/40 drehen, zum 3:3 setzte es dann jedoch das Rebreak.
Im nächsten Game gab's für Melzer beim Punkt zum 40/15 für Murray eine Schrecksekunde, er blieb im Platz hängen und kam zu Fall, konnte aber nach kurzer Pause weiterspielen. Trotz des erstmaligen Rückstands blieb er dran, glich auf 4:4 aus und erarbeitete sich darauf im weit längsten Game des Spiels stolze fünf Breakchancen. Alle blieben ungenützt, und das teils sehr unglücklich: Beim ersten Breakball verzog Melzer einen auf Winner gespielten Vorhand-Ball um Millimeter, beim zweiten packte Murray ein Ass aus, beim dritten einen Vorhand-Winner via Netzband, beim vierten blieb Melzers Rückhand-Defensiv-Slice an der Netzkante hängen, beim fünften erzwang Murray den Fehler seines Gegners.
Nach 1:15-Lauf zurückgekämpft und doch verloren
Murray schnappte sich das heiß umkämpfte und letztendlich wohl sehr viel vorentscheidende Game. Ohne weitere Möglichkeiten für einen der beiden ging es ins Tiebreak, dort lief danach alles entgegen Melzers Vorstellungen, erst bei 1:6 gelang der erste und einzige Punktgewinn. Murray nahm das Momentum gleich mit, sicherte sich die ersten acht Punkte im zweiten Satz - und damit zu diesem Zeitpunkt 15 der letzten 16 Punkte. Melzer steckte weiterhin nicht auf, erspielte sich bei 1:2 nochmal zwei Gelegenheiten als Rückschläger. Nachdem er seine zweite Chance mit einem Volleystopp-Fehler leichtfertig verspielte, schmiss er den Schläger unsanft in den Sand und zeigte erstmals Anzeichen der Frustration.
Das Racket brach bei dieser eigentlich nicht allzu heftig ausgefallenen Reaktion überraschend gleich, Melzer kam sogar ohne eine Verwarnung des Stuhlschiedsrichters davon. Zwar wurde es nichts mehr mit dem Break, doch Österreichs zweitbester Spieler aller Zeiten klemmte sich nochmal dahinter und wurde dann nach einer sehenswerten Rally wenig später doch mit dem Ausgleich zum 3:3 belohnt. Die Freude war nur von kurzer Dauer, Murray schlug zurück und holte im siebten Game zu null das nächste Break. Die Luft schien bei Melzer nun doch etwas draußen zu sein, obwohl er sich im letzten Game noch einmal ein 0/30 erspielen konnte. Zwei Returnfehler und zwei Asse von Murray später musste er diesem gratulieren.
(Text: MaWa)
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