„Rom ist schlecht organisiert“ – Rafael Nadal & Co üben Kritik

Der „Matador“ und seine Kollegen David Ferrer und Juan Monaco beklagen den mangelhaften Zustand der Italian Open.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 13.05.2016, 13:38 Uhr

ROME, ITALY - MAY 14: A huge crowd gathers on the Pietrangeli court to watch the Women's Third Round match between Simona Halep of Romania and Venus Williams of USA on Day Five of The Internazionali BNL d'Italia 2015 at the Foro Italico on May 14, 2...

Der Tennisromantiker wird täglich mit wunderschönen Bildern aus dem Foro Italico in Rom verwöhnt – vor allem aus der Vogelperspektive sieht die Anlage bezaubernd aus. Antike Statuen und großzügige Grünflächen umgeben die „Show Courts“ im Herzen der italienischen Kapitale. Der monumentale Sportkomplex hat allerdings eine belastete Historie – Italiens faschistischer Diktator Benito Mussolini ließ die Anlage zwischen 1928 bis 1938 errichten. Doch was auf den ersten Blick wie eine perfekte Symbiose aus Tradition und Moderne erscheint, ist unter vielen Topspielern wenig beliebt. Das traditionelle Sandplatzturnier, welches seit 2011 als „Combined Event“ ausgetragen wird, hat den Anschluss verloren – so sehen es zumindest viele Spitzenspieler.

Nadal: „Trainingsplätze und Match Courts unterscheiden sich massiv“

Für RekordtitelträgerRafael Nadalist die Anlage zu beengt, wie er gegenüber „Tennis Topic“ erklärte: „Es war mal ein ruhiges Turnier mit vielen Plätzen, aber nachdem der schöne neue Center Court da ist(Anmerkung; seit 2010 wird auf dem umgebauten Campo Centrale gespielt), wurde die Fläche nicht erweitert.“ Zudem sei das Turnier „etwas unorganisierter“, seitdem auch die Damen in derselben Woche wie die Herren in Rom antreten. „Die Trainingsplätze sind nicht sehr gut, das Gefühl auf diesen Plätzen unterscheidet sich sehr von den großen Courts“, bemängelt der siebenfache Rom-Champion. David Ferrer pflichtet seinem spanischen Landsmann bei: „Andere Turniere verbessern immer wieder die kleinen, entscheidenden Details. Die Realität sieht leider so aus, dass sich Rom nicht so gut entwickelt hat wie andere Standorte.“ Demnach seien auch die Restaurant-Lobbys sowie die Masse der Fans auf der Anlage ein Problem für die Spieler, beklagt Ferrer, der hier im Achtelfinale anLucas Pouillescheiterte.

Der 22-jährige Lucky Loser aus Frankreich erreichte sogar sein erstes Halbfinale bei einem ATP-Masters-1000-Turnier, da sein Gegner Juan Monaco verletzungsbedingt nicht zum Viertelfinale antreten konnte. Der Argentinier hatte in der Runde zuvor überraschend gegenStan Wawrinkain drei Sätzen gewonnen und nachher über Probleme an der linken Körperseite geklagt, wie die „Associated Press“ berichtete. Der ehemalige Top-10-Spieler aus Südamerika war trotz seiner ansonsten erfolgreichen Turnierwoche nicht sehr begeistert von den Gegebenheiten im Foro Italico. „Ich habe nie auf der Anlage trainiert und bin nur zu den Matches hier gewesen. Da so wenig Platz vorhanden ist, musste ich in einen anderen Klub ausweichen.“ Als positive Beispiele nannte Monaco die Masters-Turniere in Madrid und Indian Wells, welche immer weiter „wachsen und auf die Bedürfnisse der Spieler eingehen“. Ein zukünftiger Standortwechsel der Internazionali BNL d'Italia, ist nicht auszuschließen – dieser könnte im Zuge der Olympia-Bewerbung von Rom für die Sommerspiele 2024 erforderlich werden.

von tennisnet.com

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13.05.2016, 13:38 Uhr