Eklat um Nick Kyrgios – „Sag ‚Time’, damit ich nach Hause gehen kann“

Der Australier lässt gegen Mischa Zverev jeden Siegeswillen vermissen, legt sich mit dem Schiedsrichter an und pöbelt gegen einen Zuschauer.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 12.10.2016, 14:46 Uhr

Nick Kyrgios

Nur drei Tage nach seinem größten Karriere-Erfolg,dem Gewinn der Rakuten Japan Open Tennis Championshipsin Tokio, trittNick Kyrgioswieder als Skandalprofi in Erscheinung.Der 21-jährige Australier verlor in der zweiten Runde des ATP-Masters-1000-Turniers in Shanghai gegen den deutschen Qualifikanten Mischa Zverev mit 3:6, 1:6. Dabei grenzte der 48-minütige Auftritt des Weltranglisten-14. an Arbeitsverweigerung. Kyrgios ließ von Beginn an jeden Kampfgeist vermissen, gab direkt seinen Aufschlag ab und servierte auch in der Folge halbherzig. Die demonstrative Lustlosigkeit stellte der Tennisrüpel beim Stand von 1:3 im ersten Satz unter Beweis, als er einen Aufschlag völlig gleichgültig auf die andere Seite schubste und widerstandslos in Richtung Bank ging.

Beim anschließenden Wechsel teilte ihm Stuhlschiedsrichter Ali Nili mit: „Nick, du kannst so nicht spielen, das ist nicht professionell. Das hier ist ein Profiturnier.“ Worauf Kyrgios antwortete: „Kannst du endlich ,Time’ sagen, damit ich dieses Match beenden kann, um nach Hause zu gehen?“ In den folgenden Pausen hielt es das „Enfant terrible“ oft nicht länger als zehn Sekunden auf seinem Stuhl aus.

„Halt die Klappe und setz dich“

Vor dem letzten Spiel eskalierte die Situation. Während Zverev zum Aufschlag bereit stand, legte sich Kyrgios mit einem Zuschauer an, der seine lustlose Einstellung bemängelt hatte. „Du willst hier mitspielen? Setz dich hin, halt die Klappe und schau zu.“ Für diese Obszönität sprach Nili eine Verwarnung gegen den Australier aus, der sich auch nach dem Match uneinsichtig zeigte: „Ich verstehe die Leute nicht, sie wissen nicht, was sie sagen, da sie nicht in meiner Situation sind.“ Auch gegen den aufgebrachten Zuschauer legte Kyrgios nach: „Wenn du so gut bist, mir Ratschläge zu erteilen und so gut Tennis spielst, warum bist du dann nicht auf der Tour? Hau einfach ab, wenn du es nicht magst, mir zuzuschauen.“

Dass er damit deutlich über das Ziel hinaus geschossen ist, wurde dem Mann aus Canberra erst verspätet bewusst. Es sei nicht gut genug gewesen, was er gegen Zverev geboten habe, teilte Kyrgios via Twitter mit: „Ich bin besser als das. Das kann ich nicht entschuldigen. Sorry.“ Ob sich seine Fans mit diesen Worten versöhnen lassen, ist fraglich.

Genie und Wahnsinn, die Grenzen sind fließend

Wie nah Licht und Schatten bei Australiens Nummer eins zusammen liegen, zeigte Kyrgios ebenfalls in der chinesischen Millionenmetropole. Der folgende Trickshot war einer der wenigen positiven Höhepunkte, bei einer ansonsten indiskutablen Vorstellung des dreifachen ATP-Titelträgers.

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Mittwoch
12.10.2016, 14:46 Uhr