Brad Gilbert – „Andy Murray ist deutlich aggressiver geworden“

Der Ex-Coach des Schotten sieht die Dominanz von Murray und Djokovic erst ab 2018 in Gefahr - auch durch Alexander Zverev

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 07.11.2016, 00:00 Uhr

Verrückte 8.035 Punkte Rückstand hatte er im Frühjahr auf Novak Djokovic - dann begann die große Aufholjagd des Andy Murray, der seit heute von der Spitzenposition im Welttennis grüßt. Vor allem ab der starken Sandsaison - mit dem Sieg in Rom und den Finals in Madrid und Paris - machte Murray Druck. Und, laut Ex-Coach Brad Gilbert, dank zweier entscheidender Einschnitte: "Er hat zwei Aspekte seines Spiels enorm verbessert: die Vorhand und den zweiten Aufschlag", so der US-Amerikaner, der Murray in den Jahren 2006 und 2007 trainierte, gegenüber der "L'Équipe". "In diesen beiden Bereichen ist er deutlich aggressiver geworden."

Neben den technischen Dingen will Gilbert etwas weiteres bemerkt haben: "Wenn du normalerweise den Trainer wechselst, ist es, weil die Dinge nicht so laufen, wie du willst. Aber in diesem Fall, nachdem Andy die beste Sandsaison seines Lebens gespielt hatte, holte er Lendl zurück ins Team. Und das war die perfekte Ergänzung: die beste Saison auf Sand plus Lendls Rückkehr plus Wimbledon-Titel."

Murray hatte Djokovic schon früh auf dem Schirm

Schon zu Gilberts Zeiten habe Murray insbesondere einen Kollegen im Blick gehabt - neben Federer und Nadal, die schon an der Spitze standen: Djokovic. "Es gab eine Menge Jungs, die man beobachtete, vor allem die Franzosen, ich denke da an Monfils und Gasquet. Aber wen Murray am häufigsten genannt hat, war Djokovic. Er hat mir gesagt: ,Diesen Typen muss ich verstärkt im Auge behalten die nächsten zehn Jahre.' Es war unglaublich, wie bewusst ihm war, dass er ihn immer in seinem Weg haben wird."

Gilbert sieht Murray und Djokovic auch im kommenden Jahr das Duell um die Spitze austragen. Danach, 2018, könne sich das womöglich ändern. "Da werden vielleicht die Kids wie Zverev oder Kyrgios mitmischen", so die ehemalige Nummer vier der Welt. "Aber nächstes Jahr noch nicht.

von Florian Goosmann

Montag
07.11.2016, 00:00 Uhr