Der König der Leichtathleten rühmt die Tennisprofis

Für Ashton Eaton sind Novak Djokovic, Andy Murray und Co. die besten Athleten im Weltsport.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 19.08.2016, 07:29 Uhr

RIO DE JANEIRO, BRAZIL - AUGUST 18: Ashton Eaton of the United States celebrates winning gold overall after the Men's Decathlon 1500m on Day 13 of the Rio 2016 Olympic Games at the Olympic Stadium on August 18, 2016 in Rio de Janeiro, Brazil. (Phot...

Die Liste der US-amerikanischen Zehnkampf-Olympiasieger ist lang: Sie beginnt mit Jim Thorpe 1912 und sie endet mit Ashton Eaton, der in der Nacht auf Freitag Historisches geleistet hat: die Wiederholung seines Triumphes von 2012 in London, ein Leistungsnachweis, den bisher nur der legendäre Brite Daley Thompson in den Jahren 1980 und 1984 erbracht hatte. Im Gegensatz zum eher zurückhaltenden Eaton hatte Thompson kein Problem damit, die Auszeichnung als König nicht nur der Leichtathleten, sondern aller Sportler anzunehmen und offensiv zu vermarkten.

Ashton Eaton gibt sich in dieser Hinsicht vorsichtiger - und hebt eine andere Disziplin in den Olymp der am schwierigsten zu meisternden Sportarten: Tennis. „Ich glaube, dass Tennis neben dem Zehnkampf die athletischste Sportart ist“, erklärte der zweifache Olympiasieger gegenüber dem Portal „businessinsider.de“. „Einfach weil man bestimmte Dinge braucht. Die Matches sind drei oder vier Stunden lang. Es gibt den technischen Aspekt, die Beweglichkeit, die Anforderungen an Geist und Körper. Nicht zu vergessen, dass das Spiel selbst Ähnlichkeiten mit einer Schach-Partie hat.“

Keine Chance für Quereinsteiger

Letzteres mag im Zehnkampf nicht der Fall sein, lediglich im abschließenden 1.500-Meter-Lauf spielen taktische Überlegungen in der Regel eine Rolle. Was Eaton über den Spitzensport an sich sagt, hat aber Allgemeingültigkeit über die disziplinären Grenzen hinaus. „Man kann darüber spekulieren, wie die Leute den Sport wahrnehmen, aber für mich gibt es zwei Aspekte der Athletik. Da ist der Körper, und da ist ganz sicher der Kopf.“ Aus Sicht des 28-jährigen US-Amerikaners läge in der öffentlichen Wahrnehmung der Schwerpunkt zu sehr auf dem physischen Part. Er selbst verfolge einen ganzheitlichen Ansatz.

Würde die Einschätzung Eatons im Umkehrschluss nun bedeuten, dassNovak Djokovicals bester Tennisspieler der Welt, oder ein Mann wie LeBron James, der dominierende Basketball-Profi der letzten Jahre, im Zehnkampf eine Chance gegen den regierenden Champion hätte? „Nein. Ohne Zweifel würden sie am ersten Tag des Zehnkampfes gut abschneiden. Am ersten Tag geht es darum, ein guter Athlet zu sein. Aber am zweiten Tag geht es darum, tatsächlich ein Zehnkämpfer zu sein. Und das ist der Tag, an dem sich die Spreu vom Weizen trennt.“

von tennisnet.com

Freitag
19.08.2016, 07:29 Uhr