ATP-Tour: Geht es dem Doppel an den Kragen?
Die Zukunft der Doppel-Spieler auf der ATP-Tour ist ungewiss. Denn die Turnierveranstalter würden die Einsatzmöglichkeiten drastisch reduzieren. Auch auf der Challenger-Tour.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
02.07.2026, 21:15 Uhr

Andy Roddick hat in der jüngsten Ausgabe seines Podcasts „Served“ folgende Rechnung aufgemacht: Die Aufteilung der Preisgelder zwischen Einzel und Doppel liege bei ATP-Turnieren aktuell etwa bei 80:20. Roddicks Frage dazu: Bringen die Paarlauf-Spezialisten denn auch wirklich 20 Prozent der Umsätze in die Kassen der jeweiligen Turnierveranstalter?
Deren Antwort scheint ein ziemlich strenges „Nein“ zu sein. Denn in einem Meeting Anfang der Woche wurde sehr ernsthaft in Erwägung gezogen, die Hauptfelder bei regulären ATP-Turnieren auf nur noch acht teilnehmende Paare zu reduzieren. Auf Challenger-Ebene soll es noch weiter gehen: Dort ist geplant, dass nur noch jene Spieler im Doppel antreten dürfen, die auch im Einzel spielen.
Lokale Helden ziehen - zumeist aber auch nur am Finaltag
Bei Grand-Slam-Turnieren wird sich nichts ändern, ist dagegen Deutschlands Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann überzeugt. Denn da brauche man ja die Doppelpartien, um der zahlenden Kundschaft auf den Außenplätzen auch noch dann Spitzensport zu bieten, wenn sich die Einzel-Athleten schon in die größeren Stadien verabschiedet haben.
An manchen Standorten funktioniere das Doppel allerdings sehr gut, so Kohlmann weiter. Zuletzt in Hamburg hätte es bei einem Match von Kevin Krawietz und Tim Pütz schon um elf Uhr vormittags volle Ränge gegeben. In Kitzbühel wiederum füllen die Fans am Finalsamstag auch schon am Vormittag zum Doppel die Ränge. Vor allem natürlich, wenn es einheimische Beteiligte gibt. Und das größte Doppelfest der aktuellen Saison gab es wohl in Rio de Janeiro, wo die beiden Lokalmatadore Marcelo Melo und Joao Fonseca den Titel holten.
Das aber ist die Ausnahme. Im Alltag wird das Doppel zumeist von nur wenigen Zuschauern verfolgt. Nach der Rechnung von Andy Roddick: von zu wenigen.
