Jack Sock für seine Fairness ausgezeichnet

Der US-Amerikaner erhält in St. Louis den "Musial Award".

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 22.11.2016, 00:00 Uhr

PARIS, FRANCE - NOVEMBER 03: Jack Sock of the United States reacts during the Mens Singles third round match against Richard Gasquet of France on day four of the BNP Paribas Masters at Palais Omnisports de Bercy on November 3, 2016 in Paris, France....

Der fachgerechte Umgang mit Spitznamen ist wissenschaftlich nicht letztgültig geklärt: Ist ein solcher lokal vergeben, darf er anderswo verwendet werden? Wo verlaufen die Trennlinien, vor allem auch in der zeitlichen Dimension? Andy Roddick etwa, ein US-Amerikaner mit US-amerikanischen Wurzeln, firmierte auf der Tour gerne mal als "A-Rod". Als Baseball-Kenner wusste Roddick aber natürlich, dass die meisten seiner Landsleute mit diesem Namen Alex Rodriguez, einen US-Amerikaner mit dominikanischen Wurzeln, in Verbindung bringen würden. "Stan, the Man"? Da mag sich der Tennisfreund sofort dem Sportskameraden Wawrinka zuwenden. Dabei liegt die Urheberschaft doch auch hier im Baseball, namentlich bei Stan Musial.

Musial hat während seiner ganzen Karriere ein vorbildliches Maß an Loyalität gezeigt, alle 22 Spielzeiten seiner Laufbahn bei den St. Louis Cardinals verbracht. Die Fairness des Original-Stan-the-Mans war nachgerade stilbildend, weshalb seit einigen Jahren in St. Louis die "Musial Awards" vergeben werden, als Auszeichnung für Sportler, die sich durch besondere Fairness in ihrem Sport hervorgetan haben. Wie etwa Jack Sock, der am letzten Samstag die Auszeichnung überreicht bekam. Sock hatte zu Beginn der Saison beim Hopman Cup seinen Gegner Lleyton Hewitt dazu ermutigt, eine Entscheidung zu dessen Ungunsten zu hinterfragen - woraufhin der Punkt wiederholt und von Hewitt gewonnen wurde.

Drei Finali, kein Turniersieg, eine Medaille

Wie auch das Match, was Sock insofern gut verkraften konnte, als dass es beim Hopman Cup nicht um Weltranglistenpunkte, sondern lediglich um das Herantasten an eine möglichst gute Frühform geht. Socks frühe Form 2016 hat ihn dann auch gleich ins Finale von Auckland getragen, wo er allerdings gegen Roberto Bautista Agut im zweiten Satz aufgeben musste. In Houston (Niederlage gegen Juan Monaco) und zuletzt in Stockholm, wo er gegen Juan Martin del Potro den Kürzeren zog, hat es für Sock immerhin zu zwei weiteren Finalteilnahmen gereicht. Das sportliche Highlight setzte Jack Sock indes in Rio de Janeiro: Dort gewann er im Sommer mit Steve Johnson die olympische Bronzemedaille.

von Jens Huiber

Dienstag
22.11.2016, 00:00 Uhr